Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten

Ist die Kritik an die etablierten Medien berechtigt oder Paranoia à la „Lügenpresse“?

Die etablierten Medien stecken in einer massiven Glaubwürdigkeitskrise. Teile des Publikums proben den Aufstand, öffentliche und veröffentlichte Meinung driften auseinander. Nicht nur hierzulande, auch in vielen anderen Ländern geraten die angeblichen Leitmedien unter Beschuss. Stein des Anstoßes sind die Inhalte – Stichwort „Lügenpresse“. Doch sind Lügen wirklich das Problem? Ulrich Teusch stellt zwei andere, weit gravierendere Faktoren ins Zentrum seiner Analyse: die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Beide Defizite sind in unserem Mediensystem strukturell verankert. Wenn sich daran nichts ändert, wird sich das Siechtum der Mainstreammedien fortsetzen. Und der Journalismus, wie wir ihn kannten, wird bald der Vergangenheit angehören.

Erscheint am: 01.09.2016
ISBN:978-3-86489-145-8

4 Kommentare zu „Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten

  1. nach einem „blick ins buch“: ausgerechnet zu russland habe ich mir innerhalb der letzten jahre – aus persoenlicher betroffenheit – sehr viele informationen besorgt, auch selbst welche erworben und liebe „die russen“. von der genannten „lueckenpresse“ lese ich nur die z e i t und kann mich deren einseitigen(?) artikeln nur anschliessen. leider gibt es jetzt darueber kaum wesentlich anderes zu melden. manche wuerden mit russland gerne bessere geschaefte machen, aber wie soll das gehen mit einem land unter solch geplant eintoenender fuehrung? mr.p. braucht den aeusseren feind zum herrschen; gerade herrn schuessel wuede ich z.b. nicht als zeugen aufrufen… ich werde das buch lesen und mich wieder melden…
    reinhold schotzko, wien

    Gefällt mir

  2. 1) Eine relevante Ursache der ‚gleichlautenden Meldungen‘ (Weglassungen, Tendenziös) ist die mangelnde Fähigkeit der eigentlichen Grundkompetenz der Journalie: die EIGENSTÄNDIGE Recherche.
    Es wird nur noch via copy&paste von den 3 großen abhängigen Agenturen übernommen.
    2) Dann das 68er-Problem, das jede Journalie glaubt Meldungen unbedingt in eine bestimmte Richtung darzustellen.
    Satirisches Beispiel:
    Ein Motorradfahrer fährt zum Schönbrunner Zoo. Im Zoo angekommen sieht er, wie sich ein kleines Mädchen an den Löwenkäfig lehnt. Plötzlich krallt sich der Löwe an ihrer Jacke fest und versucht sie unter den Augen ihrer schreienden Eltern in den Käfig zu ziehen. Der Biker springt vom Motorrad, macht eine Rolle über die Absperrungen am Eingang, rennt zum Käfig und verpasst dem Löwen einen kräftigen Faustschlag auf die Nase. Der Löwe springt erschrocken zurück, der Biker schnappt das Mädchen und übergibt es seinen überglücklichen Eltern.

    Zufällig hat ein Journalist vom Standard den gesamten Vorfall beobachtet. Er sagt zum Biker: „Das war das Erstaunlichste und Mutigste das ich jemals gesehen habe!
    Der Biker: „Es war nicht so schlimm, der Löwe war eh‘ hinter dem Gitter, und ich habe nur auf das Mädchen geschaut und das getan, was mir richtig erschien.“
    Darauf der Journalist: „Ich arbeite für den ‚STANDARD‘, und bringe Sie morgen auf die Titelseite … was machen Sie und wo stehen Sie politisch?“
    „Ich bin Zeitsoldat beim Bundesheer und FPÖ-Wähler „.
    Am nächsten Tag kauft der Biker den Standard und sieht sich die Titelseite an. Da steht in großen Lettern auf der ersten Seite: “ RECHTSRADIKALER SOLDAT VERPRÜGELT AFRIKANISCHEN ASYLWERBER UND STIEHLT SEIN MITTAGESSEN!“
    (von: https://hartgeld.com/medien-und-propaganda.html )

    Gefällt mir

    1. @schotzko: Natürlich, die 68er sind an allem schuld, an der mangelnden Schulbildung, der unzureichenden Repräsentanz der vox populi in den Medien, der Globalisierung, der Pädophilie und am schlechten Wetter!
      Wenn ich es aber recht verstehe, ist das Buch der Versuch, das weitverbreitete und absolut berechtigte Unbehagen an der Entwicklung in der Presse auf eine rationale, empirisch halbwegs überprüfbare Grundlage zu stellen, um den Vorwurf aus dem dumpfen Sumpf des besinnungslosen „Lügenpresse“-Rufs herauszuholen und zu rehabilitieren. Was Sie hier jedoch tun, ist nur die Reiteration des dämlichen Gebrülles der Pegidisten.

      Gefällt mir

  3. Ich habe dieses Buch in kürzester Zeit gelesen. Vieles habe ich mir in den letzten Jahren auch erlesen. Neu sind mir nur die Details aus dem Innenleben der Medien. Das Buch ist in meinen Augen eine Pflichtlektüre zur Journalistischer Ausbildung, es ist leicht und sehr verständlich geschrieben. Halbwegs politisch interessierte Menschen werden es „verschlingen“ und Vielem „gefüht Zustimmen“.
    In meinem Umfeld gibt es kaum jemanden, den Politik, Medien oder Kriege interessieren. Einige lassen sich auf gar kein politisches Gespräch ein, andere haben die vorgefertigten Meinungen parat.
    Unter anderem durch Bücher wie dieses, erlebe ich dass es wohl doch eine ganz erhebliche Zahl an Menschen gibt, die noch nicht dem Mainstream auf den Leim gegangen sind (allerdings noch viel zu wenige). Mir macht es Mut und retett mich vorerst vor meiner eigenen Ohnmacht. Vielen Dank Herr Teusch! Vielen Dank aber auch allen Journalisten, die ihrem Beruf ehrenvoll erfüllen und gerecht werden.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s