Propaganda statt Journalismus

Twitter bringt’s an den Tag

Von Stefan Korinth

In einer Diskussion beim Kurznachrichten-Medium Twitter zwischen Rubikon-Autor Paul Schreyer, Maidanforscher Ivan Katchanovski und mehreren ARD-Journalisten offenbaren die öffentlich-rechtlichen Korrespondenten eine äußerst fragwürdige Berufseinstellung.

Wer sich schon mal gefragt hat, warum die ARD nicht über die Maidanmorde berichtet, konnte nun bei Twitter ungewollte Antworten darauf lesen. Die ARD-Moskau-Korrespondenten Udo Lielischkies und Golineh Atai sowie die freie Journalistin Silvia Stöber, die für den Faktenfinder der Tagesschau schreibt, lieferten sich dort eine entlarvende Debatte mit Rubikon-Autor Paul Schreyer und dem ukrainisch-kanadischen Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski, der das Maidan-Massaker in einer materialreichen Studie untersucht hat. –>Weiterlesen

7 Kommentare zu „Propaganda statt Journalismus

  1. Der Betrag von Herrn Korinth enthält leider mindestens eine unwahre Behauptung, die er von Herrn Ivan Katchanovski ungeprüft übernahm. Im Beitrag des ZDF-Teams ist eben nicht von Maidankäpfern die Rede, die aus dem Hotelzimmer feuern, sondern von Regierungstruppen, die von ihrem Kommandeur zurückgepfiffen wurden. Ob es wirklich Regierungstruppen waren, ist für die Einstufung als Falschbehauptung von Ivan Katchanovski unerheblich, denn er behauptet, Britta Hilpert hätte von bewaffneten Maidankämpfern gesprochen. Ivan Katchanovski kann ich das aufgrund der Sprachbarriere gerade noch verzeihen, ich hoffe allerdings, dass er ansonsten genauer recherchiert. Aber Herr Korinth muss sich nun selbst eine schlechte journalistische Herangehensweise attestieren lassen.

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    1. Lieber Uwe B., ich weiß nicht, welchen Streich Ihnen Ihre Ohren da gespielt haben, aber in dem ZDF-Beitrag spricht Britta Hilpert eindeutig von „bewaffneten Regierungsgegnern“ (=Maidankämpfer), die das ZDF-Zimmer im 14. Stock gekapert hatten und daraus feuerten. Alles andere wäre im Kontext von Hilperts Aussagen unmittelbar zuvor auch widersinnig („Denn auch die Demonstranten sind bewaffnet und schießen scharf. Das müssen wir hautnah erleben“). Zudem habe ich diese Information nicht von Herrn Katchanovski übernommen. Es war genau umgekehrt. Ich habe ihn auf dieses filmische Dokument im deutschen Fernsehen aufmerksam gemacht. Das können Sie auch aus Fußnote 260 seiner Studie entnehmen. Ich hatte zu dem ZDF-Beitrag auf Katchanoskis Facebookseite nur deshalb verlinkt, weil der Beitrag in der ZDF-Mediathek und bei YouTube bereits gelöscht ist. Zudem habe ich mit der ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert gesprochen und sie hat mir persönlich bestätigt, dass es Maidankämpfer waren, die das Hotelzimmer kaperten und keine Regierungstruppen. Genaueres dazu können Sie in diesem Telepolis-Artikel von mir nachlesen: https://www.heise.de/tp/features/Friendly-Fire-in-Kiew-3378429.html?seite=all . Bevor Sie mir also ungeprüfte Übernahme von irgendetwas vorwerfen, hätten Sie den Sachverhalt besser selbst nochmal geprüft.

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  2. Lieber Herr Korinth,
    es ist mir absolut unverständlich, wie mir das unterlaufen ist. Ich hatte die Passage zweimal gehört und jedes mal Regierungstruppen vernommen, obwohl ich selbst bezüglich der Maidanberichterstattung skeptisch eingestellt bin. Typischer Fall von Sprungvorhersage. Da muss ich mich bei Ihnen und Herrn Katchanovski dreimal entschuldigen.
    Vielen Dank, dass Sie so schnell geantwortet haben. In der Tat ist das dann ein ernüchterndes Filmdokument.

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    1. Lieber Uwe B.,
      es freut mich, dass Sie die Größe haben, sich zu entschuldigen. Das zeigt mir, dass Sie sich ernsthaft mit der Sache auseinandersetzen und nicht mit Dreck werfen wollen. Das Gefühl habe ich nicht bei jedem Kommentator. Bitte begleiten Sie die Arbeit der Leit- und der Alternativmedien weiterhin kritisch. Ich bin froh über jeden Leser, der sich mit Text- und Videobelegen zu dem Fall überhaupt befasst. Damit sind Sie offensichtlich schon weiter als die meisten ARD-Korrespondenten in Moskau.

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      1. Danke, dass Sie meine Entschuldigung akzeptieren. Es ist peinlich einen Fehler einzugestehen. Aber noch peinlicher ist es ihn zu verschleiern oder den Fehler aufrecht erhalten zu wollen. In der Tat prüfe ich so gut es geht nach, was geschrieben wird. Zu oft musste ich erleben, dass sich bestimmte Aussagen in Links oder anderen Quellen gar nicht bestätigen lassen oder die Interpretation nicht nur einen Schluss zuließ.
        Als ich den Videobeitrag zum ersten Mal hörte, geschah dies am Computer. Und kurioserweise ist genau diese Passage über die Monitorlautsprecher schwer verständlich. Als ich sie heute früh via Smartphone hörte, war sie auseinander stimmenbetonten Klangeinstellung dagegen eindeutig verständlich. Ich bin da wohl meiner menschlichen Fehlerkorrektur aufgesessen, die den schlecht verständlichen Part ausbesserte. Und da ich bislang immer nur die Begriffe Maidankämpfer und Regierungstruppen vernahm, ist es zu diesem fatalen Fehler gekommen. Damit will ich meinen Fehler (und die Entschuldigung) nicht abmildern, aber immerhin erklären.
        Beste Grüße

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