Ina gibt sich einen Ruck

Deutschlands Mainstream-Journalisten lassen sich in zwei Gruppen (A und B) einteilen: Gruppe A hasst Putin, Gruppe B hasst Putin wirklich. Für den normalen Medienkonsumenten sind die beiden Gruppen natürlich nicht unterscheidbar. Nur intime Kenner der Szene sind in der Lage, die Nuancen wahrzunehmen.

Bislang konnte man sagen: Alles unwichtig, es handelt sich um belanglose Differenzen innerhalb ein und derselben Denkschule. Doch das könnte sich ändern. Der skurrile „Fall Babtschenko“ scheint geeignet, die feinen Unterschiede sichtbarer zu machen – mit schwerwiegenden und zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kaum absehbaren Folgen.

Jeder weiß, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Und doch, einen ersten Beleg für das Zerbröseln der Einheitsfront lieferte jetzt die langjährige Moskau-Korrespondentin der ARD, Ina Ruck, via Twitter.

„Was für eine Räuberpistole! Wenn sie stimmt, ist es dennoch auch eine gute Nachricht. Und mir eine Lehre, demnächst auch bei Informationen ukrainischer Behörden noch genauer hinzusehen. “

Bekanntlich gehört Ina Ruck zur Gruppe A. Wenn sie aus oder über Russland berichtete, hat sie schon immer „noch genauer“ hingesehen. Nun also will sie ihre journalistische Skepsis auch auf „ukrainische Behörden“ ausdehnen. Sollte sie diesen Vorsatz konsequent und nachhaltig umsetzen, wären die Folgen nicht auszudenken. Im Extremfall liefen ihre Bemühungen auf etwas hinaus, was ich – mangels eines besseren Begriffs – als „guten Journalismus“ bezeichnen würde.

Aber freue sich niemand zu früh! Vielleicht ist Ina Rucks Ankündigung ja auch nur das Resultat einer momentanen und leicht erklärbaren Verunsicherung. Denn immerhin kam es für die Propaganda-Kompagnien (A und B) in den letzten Wochen wirklich knüppeldick. Sage und schreibe drei Kreml-Opfer sind auf wundersame Weise wieder auferstanden. Erst die Skripals, und jetzt Babtschenko.

Keine Frage, solche Schläge muss man erst mal verkraften. Man muss sich neu sortieren. Keine einfache Sache. Zumal da ja auch noch die Leser, Hörer und Zuschauer sind, deren Gutgläubigkeit man nicht nach Belieben und ungestraft überstrapazieren darf.

Doch selbst wenn Ina Ruck tatsächlich neue Wege beschreiten sollte, ist kaum anzunehmen, dass die wirklichen Putin-Hasser aus Gruppe B ihr folgen werden. Im Gegenteil, die werden einfach so weitermachen wie bisher. Und sie werden erst damit aufhören, wenn sie dazu gezwungen werden, wenn sie also ihren schönen Mainstream-Karren krachend gegen die Wand gefahren haben.

Anders gesagt: Diese Leute (aus Gruppe B) wissen zwar, was sie tun, aber sie wissen noch nicht, dass sie damit scheitern werden. Das Portal „Moon of Alabama“ brachte es gestern sehr schön auf den Punkt: „Their propaganda ‚killings‘ will – in the end – kill their propaganda.“

11 Kommentare zu „Ina gibt sich einen Ruck

  1. Ich frage mich nur, ob Hirnis wie Kleber und Maischberger (und Co…) WISSENTLICH bewusst Propaganda und Lügeninfos verbreiten – oder ob sie nur ferngesteuert Lügen verbreiten, die sie eingeflößt bekommen und an die sie selbst tatsächlich glauben…(?!)

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    1. @eigensinn: Eine „Fernsteuerung“ ist nicht notwendig. Jacques Ellul hat es schon in den 1950-60er Jahre erklärt. Gleiche Schulen, Unis, Vereine, Förderung als „Young Leader“, dann „Denkfabriken“ und Einladungen Atlantikbrücke & Co. machen sie anfällig für Propaganda, die in die gleiche Richtung geht wie das, was sie bisher gelernt und gehört hatten, und sie brauchen keine Fernsteuerung. Sie wissen, was sie sagen müssen, und machen so Karriere.

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    2. Eines können Sie mir glauben, „Hirnis wie Kleber und Maischberger (und Co…)“ wissen ganz genau, was zu da treiben. Sie leben zwar in einer anderen Welt als der „Normalbürger“, trotzdem haben sie sich für diese Welt entschieden – bewusst entschieden.
      Kein Mensch, selbst wenn er nur „eine rechte Gehirnhälfte“ besitzt, kann alle anderen Informationen einfach ausklammern. Das geht nur durch bewusstes Verdrängen und Leugnen aller anderen Tatsachen.
      Für ihre Geltungssucht und Karrieregeilheit oder Karrieregeilheit und Sucht nach Profit würden diese Leute Vater und Mutter für „einen Appel und ein Ei“ verkaufen.

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    3. Wenn man weiß, wieviel sie verdienen, dann versteht man es besser. Bei dem Gehalt würden sie sogar behaupten – der eigene Vater sei eigentlich ihre Mutter.

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  2. Ich glaube, eine Erklärung für die Gruppe der „B“-Journalisten zu haben:
    Sie behalten ihre hoch bezahlten Jobs weil sie
    – die Anti-Putin-Politik der Bundesregierung nicht konterkarieren, sondern aktiv verbreiten!
    – von USRAELs „fünften Kolonne“ gesponsert werden.
    Bei Anne Will halte ich Unwissenheit für einen zusätzlichen Grund.

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    1. Ich denke, dass „Unwissenheit“ eine große Rolle spielt. Dass für die „tagesthemen“-Moderation eine Frau wie Pinar Atalalay ausgesucht wurde, sagt alles. Die gute Frau hat den ehrenwerten Beruf der Schneiderin gelernt, eine Boutique in Ostwestfalen gehabt und hat alsi Radiomoderatorin bei einem lokalen Privatsender über Schützenfeste und Kaninchenzüchtervereine berichtet. Alles ehrenwert. Sie fiel, wie sie selbst in einem Interwiev sagte, aus allen Wolken, als man ihr vorschlug, Moderatorin des ARD-Flagschiffs tagesthemen zu werden. Völlig unpolitisch ohne jedes einschlägige Studium war sie die perfekte Besetzung, um die Lügen und die Propaganda des Dr. Gniffke mit einem Lächeln unter die Leute zu bringen. Gewollte Entpolitisierung und Boulevardisierung der ehemals seriösen Nachrichtenformate nennt man so etwas. Von der unbedarften Atalay wird es NIE ein Widerwort oder ein kritisches Reflektieren dessen geben, was sie an Lügen und Hetze unters Volk bringen bringen soll. Sie weiß es nicht besser und ist der Meinung, dass alles in Ordnung ist. Dass „wir“ die Guten sind. Ganz im Gegensatz übrigens zu dem transatlantisch korrumpierten Atlantikbrückenmitglied, dem Schmierlappen Kleber, Er weiß sehr wohl, was er an Lügen und Hetze wider besseren Wissens unter die Leute bringt. Aber so lange er von den Mächtigen lgelobt udn gefördert wird und „bestätigt“ wird, ist für ihn alles chic und schön. So wie bei Thomas mit den Scherenhänden Roth.

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  3. Dass der russische Geheimdienst immer noch dahinter steckt, das muss natürlich weiter aufrechterhalten werden. Den Leuten ist wirklich nichts zu peinlich. Man stelle sich nur vor, die Russen würden mal so zufällig eine Fußball WM gewinnen, weil die anderen Mannschaften (ähnlich wie seinerzeit Brasilien) neben sich standen und wohl zu sehr gedopt waren. Kriegsgründe bräuchte man sich erst gar nicht mehr auszudenken 🙂

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