Ein Stich ins Wespennest

US-Medien machen auf blöd

Er hat es schon wieder getan! Doch diesmal hat er nicht bloß Altbekanntes wiederholt. Vielmehr hat er der Sache einen neuen, unerwarteten Dreh gegeben. Man könnte auch sagen: Er hat noch eine Schippe draufgelegt. Was er erntete, war ein Sturm scheinheiliger Entrüstung. Die Rede ist – natürlich – von Donald Trump.

Am 5. August 2018 twitterte der POTUS dies:

„The Fake News hates me saying that they are the Enemy of the People only because they know it’s TRUE. I am providing a great service by explaining this to the American People. They purposely cause great division & distrust. They can also cause War! They are very dangerous & sick!“

Auf gut Deutsch:

„Die Fake News hassen mich, wenn ich sage, sie seien der Feind des Volkes, weil sie wissen, dass es WAHR ist. Ich leiste einen großen Dienst, indem ich dies dem amerikanischen Volk erkläre. Sie verursachen absichtlich große Spaltung & Misstrauen. Sie können auch Krieg verursachen! Sie sind sehr gefährlich & krank!“

Lassen wir den Fake News-Vorwurf und den „Feind des Volkes“ auf sich beruhen. Der wesentliche (und mit einem Ausrufezeichen versehene) Satz des Tweets lautet: „Sie können auch Krieg verursachen!“

Respekt, Mr. President! Da haben Sie eine große Wahrheit gelassen ausgesprochen. Ich zähle mich zwar nicht zu Ihren Bewunderern, aber: Wo Sie recht haben, haben Sie recht.

Für uns, die normalen Menschen, ist die Erkenntnis des Präsidenten natürlich kein Augenöffner, sondern eine Binsenweisheit. Wir leben nicht in einer Blase, sondern in der realen Welt.

Wie anders die Journalisten! Als unmittelbar Betroffene des Trump-Tweets hätten sie allen Anlass gehabt, sich zu fragen: Könnte etwas dran sein an der Aussage des Präsidenten? Haben wir möglicherweise etwas falsch gemacht? Haben wir uns irgendetwas vorzuwerfen? Idealerweise hätte man einen Dreischritt erwarten dürfen: Erst Gewissenserforschung (nicht skrupellos, sondern skrupulös), dann ein (zumindest partielles) Schuldeingeständnis, schließlich Selbstkritik samt dem Versprechen, es beim nächsten Mal besser machen zu wollen. Das wäre der vielbeschworenen Glaubwürdigkeit sicher nicht abträglich gewesen.

Doch nichts dergleichen geschah. Nehmen wir den britischen „Independent“! Er drehte Trump einfach mal das Wort im Munde herum. Den Tweet zitierte der Autor zwar noch korrekt. Aber schon im nächsten Satz behauptete er: „Mr Trump did not specify what he had in mind when he accused the media of starting wars.“

Wie bitte? „Starting wars“? Wie war das noch mit der journalistischen Sorgfaltspflicht?

Nicht weniger peinlich ein Artikel im US-Magazin The Atlantic. Selbstverständlich weiß der Autor, dass der Krieg viele Väter hat und die Medien als Geburtshelfer fungieren. Dennoch schreibt er: „Political leaders cause wars, not the news media.“ Man sieht: Komplexität lässt sich reduzieren, bis am Ende nur noch Bullshit übrig bleibt.

Und dann ist da noch Chris Wallace (Fox News). Er stellte Trumps Sicherheitsberater John Bolton in gespielter Naivität folgende Frage: „What wars have we caused?“ Tja, welche mögen es wohl gewesen sein? Mein gutgemeinter Rat: Wallace sollte unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Amnesie ist eine ernste Sache, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf.

So sind sie, die Schreibtischtäter, die Maulhelden, die Lautsprecher! Sie führen das große kriegspropagandistische Wort, aber wenn man sie zur Rede stellt und ihnen die ungeschminkte Wahrheit ins bigotte Gesicht sagt – dann tun sie überrascht und empört. Wenn’s brenzlig wird, machen sie auf blöd. Sie spielen Grand, aber kommen nicht raus mit den Jungs.

Obwohl schon tausendmal berührt, geben sie immer noch die Unschuld vom Lande. Sie stellen sich dumm, manche sogar dümmer, als sie tatsächlich sind. Wir? Krieg? Wieso das denn? Ehrlich, Herr Lehrer, wir haben nix gemacht!

Kriegspropaganda ist allgegenwärtig. Wer wissen will, wie sie aktuell in den USA funktioniert, schaue sich zunächst diesen Ausschnitt aus der „Jimmy Dore Show“ an, in dem die pathologische „Russia“- und „Putin“-Fixierung des MSNBC-Superstars Rachel Maddow vorgeführt wird. Und anschließend lese man diesen Artikel des medienkritischen Portals FAIR, in dem mitgeteilt wird, dass MSNBC schon seit über einem Jahr kein Wort mehr über die US-Beteiligung am Jemen-Krieg verloren hat.

Wahrscheinlich muss man „Journalist“ sein, um den offenkundigen Zusammenhang zwischen Kriegspropaganda und Krieg zu leugnen. Die kriegführenden Staaten sind diesbezüglich schon ein paar Schritte weiter:

  • Die UN-Charta verbietet nicht nur die Anwendung, sondern schon die Androhung von Gewalt im zwischenstaatlichen Bereich.
  • Artikel 26, Absatz 1, des Grundgesetzes stellt fest: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“
  • Im § 80a des deutschen Strafgesetzbuchs, der zudem auf den § 13 des Völkerstrafgesetzbuches verweist, heißt es: „Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften zum Verbrechen der Aggression aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“
  • Und der „Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ legt im § 20 unmissverständlich fest: „Jede Kriegspropaganda wird durch Gesetz verboten.“

Deutsche Medien, soweit sie öffentlich-rechtlich verfasst sind, haben nicht nur Kriegspropaganda zu unterlassen, sondern sind sogar verpflichtet, einen positiven Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung zu leisten.

Egal. Papier ist geduldig, auch wenn es in Gestalt von Gesetzes- und Vertragstexten daherkommt. Niemand muss befürchten, bei Zuwiderhandlungen bestraft zu werden. Das Schlimmste, was hierzulande passieren kann, ist eine Rüge des Presserats. Manche Medien können damit schon ihre Redaktionswände tapezieren.

Im Sommer 2000 berichtete der damalige NATO-Sprecher Jamie Shea, wie er die Medien während des Kosovo-Krieges am Nasenring durch die Arena führte. Unter dem Titel „Selling a Conflict – the Ultimate PR Challenge“ erläuterte er seinem begeisterten Publikum (Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung) mit bemerkenswertem Zynismus, wie er diesen völkerrechtswidrigen Krieg „verkauft“ hat. In einem ungewöhnlich kritischen Artikel über die Veranstaltung brachte der österreichische „Standard“ die Sache auf den Punkt: „Die Medien hatten Shea, die NATO hatte die Medien.“

In Carl Zuckmayers Bühnenstück „Des Teufels General“ heißt es: „Das Gemeine zulassen ist schlimmer, als es tun.“ Noch deutlicher wird Helmut Käutners Verfilmung des Dramas: „Das Böse lebt nicht durch die, die Böses tun, sondern durch die, die Böses dulden.“

Aber welche Journalisten lesen heute noch Zuckmayer? Das ist doch alles hohles Pathos, werden sie sagen. Ausgerechnet sie, die mit der Wahrheit auf Kriegsfuß stehen.

18 Kommentare zu „Ein Stich ins Wespennest

    1. Gutes Zitat, wie auch immer wieder „Teile und Herrsche“.
      Und um es vorweg zu nehmen, wie ich mitbekommen habe, gibt es immer wieder viele Menschen, die das „Teile“ missverstehen und denken, dass es sich darum handelt, das Brot oder etwas anderes mit den Menschen zu teilen.
      Das „Teile“ steht hierbei dafür, die Menschen untereinander zu teilen. Und das bekommen sie weltweit und auch in Deutschland wunderbar hin.

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      1. Trump hat unrecht. Nicht die Medien provozieren Kriege. Genau so wenig wie es das Gewehr ist, das Menschen mordet. Es sind diejenigen, die die Medien steuern. Und es ist derjenige, der das Gewehr abdrückt.

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      2. Die Argumentation ueberzeugt mich nicht wirklich. Ein Gewehr kann sich nicht weigern zu feuern. Ein Gewehr kann sich nicht widersetzen. In den Medien arbeiten aber Menschen, die eigenstaendig denken und handeln koennen. Sie koennten sich weigern, sich steuern zu lassen. Ihrer Argumentation nach haette ein Soldat, der sich an Kriegsverbrechen beteiligt, die von oben befohlen wurden, keinerlei Schuld auf sich geladen. Schliesslich ist er ja „gesteuert“ worden. Das entspricht nicht den wahren Verhaeltnissen, denke ich.

        Es stimmt natuerlich, dass Medien alleine schwerlich Kriege ausloesen koennten. Sie koennen allerdings ihren Teil dazu beitragen und damit Schuld auf sich laden.

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  1. Super Artikel.
    Allerdings hätte ich es an dieser Stelle nicht unterlassen, die Lügenmäuler und Kriegstreiber der Öfftl. Rechtl. als solche vorzuführen.
    IHR BEZAHLT DIESE GEHIRNWÄSCHE SCHLIESSLICH, was an sich schon ein Skandal ist, von wegen „DEMOKRATIEABGABE“

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  2. Über diesen Artikel muss ich mich aber schon ein wenig wundern (vllt. fasse ich ihn allerdings auch völlig falsch auf): Die Kritik an Kriegspropaganda in den Medien ist natürlich ebenso richtig wie selbstverständlich. Dennoch kommt mir Herr Trump viel zu positiv weg. Man hat fast den Eindruck er wäre tatsächlich an der Aufrechterhaltung friedfertiger Zustände interessiert und sorge sich daher um den Zustand der Medien.

    Das ist mMn definitiv nicht der Fall. Ein Politiker, der öffentlich über die vollständige Zerstörung Nordkoreas nachdenkt, Folter befürwortet und (implizit) zu Polizeigewalt auffordert (usw. usw.) ist nicht Teil der Lösung, sondern ein extremes Beispiel für das grundsätzliche Problem … Trumps „Medienkritik“ bezieht sich dann ja auch immer nur auf die Hetze jener Medien, die ihn für gewöhnlich negativ darstellen. Gegen die Hetze von Breitbart etc. hat er nichts.

    Er versucht medienkritisches Potential in der Bevölkerung für sich zu gewinnen und damit gleich wieder zu neutralisieren. Der Mann ist sicherlich kein „Verbündeter“ – auch wenn er über die Mainstream-Medien herzieht.

    Wie gesagt: Nichts für ungut. Ist nur mein Leseeindruck, mehr nicht! 😉

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    1. Ich mache mir über Donald Trump keine Illusionen – und habe mir nie welche gemacht. Allerdings: Seine Aussage, dass Medien auch Krieg verursachen können, fand ich bemerkenswert. Noch bemerkenswerter, weil entlarvend, erschien mir die Reaktion der betroffenen Journalisten. All dies war aber nur der äußere Anlass meines Artikels. Sein eigentlicher Hintergrund liegt woanders: In der vergangenen Woche hat die – wie es in den US-Medien immer heißt – „Saudi-led coalition“ im Jemen einen Schulbus attackiert. Bei diesem Kriegsverbrechen wurden 51 Menschen ermordet, unter ihnen 40 kleine Kinder. Die US-Regierung und Donald Trump höchstpersönlich sind fraglos für diese Untat mitverantwortlich. Insofern zeugt Trumps Aussage über die kriegsverursachende Rolle der Medien, so zutreffend sie ist, von einer abgrundtiefen Heuchelei. Diesen Zusammenhang hätte ich in meinem Artikel zweifellos schärfer herausarbeiten können – und werde es sicher bei nächster Gelegenheit auch (wieder) tun.
      Aber, wie gesagt, der eigentliche Ursprung des Artikels liegt in dem entsetzlichen Massaker von Saada. Ich habe dazu recherchiert, nach Bildern gesucht und auch welche gefunden – hier zum Beispiel:
      http://www.moonofalabama.org/2018/08/us-fine-tuning-of-saudi-airstrike-target-list-creates-results.html#more
      Das Foto zeigt tote, blutüberströmte Kinder – alle etwa im Alter meiner eigenen Kinder –, zerfetzt, mit abgerissenen Gliedmaßen, offenbar in einem Müllcontainer liegend. Ich habe mich gezwungen, das Foto längere Zeit anzusehen. Ich kann meine Trauer, Wut, Empörung und Verzweiflung nicht in Worte fassen. Das Bild ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen, es verfolgt mich, sogar in meinen Träumen. Und ich stellte mir folgende Frage: Was ist von Medien und Journalisten zu halten, die solche Ungeheuerlichkeiten ignorieren, verharmlosen oder rechtfertigen? Und die nur dann aufschreien, wenn „die andere Seite“ sich schuldig macht? Ich habe in meinem Artikel versucht, meinen Emotionen, die mich zeitweise überwältigt hatten, nicht einfach freien Lauf zu lassen, sondern eine gewisse Distanz und Selbstkontrolle zurückzugewinnen. Und ich habe mich bemüht, ohne das Jemen-Massaker zu thematisieren, eine Antwort auf meine Frage zu finden. Falls die nicht ausreichend deutlich formuliert worden sein sollte, hier nochmal im Klartext: Ich halte das Agieren vieler Medien in den gegenwärtigen Kriegen (nicht nur im Jemen) für ebenso verbrecherisch wie das Handeln der unmittelbar verantwortlichen Politiker und Militärs.

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      1. Vielen Dank für die ausführliche Antwort! In der Form verstehe ich das Anliegen und unterstütze es voll und ganz. Die Kernaussage – d.h. die Aussage zur Mitverantwortung der Medien an Kriegsverbrechen – geht aus dem Text klar hervor. Volle Zustimmung meinerseits dafür.

        Wie gesagt: Es war nicht böse gemeint. Nach allem, was ich hier bisher gelesen habe, hätte es mich auch überaus gewundert, wenn Sie Trump für eine Alternative halten würden.

        Mir ging es vor allem um Folgendes: Mir ist immer wieder aufgefallen, dass es unter denen, die den Mainstream kritisch sehen, eine Tendenz gibt, den Feind des Feindes für einen Freund zu halten. Da wird sich dann gefreut, wenn Trump die Medien scheltet. Trump ist in den Mainstream-Medien unbeliebt. Das reicht für viele aus, um ihn für einen anständigen Kerl zu halten. Und das halte ich für einen schweren Fehler. Trump hat nichts gegen Halbwahrheiten oder gar Lügen. Es sollen aber gefälligst seine eigenen Lügen sein, die verbreitet werden. Kurz gesagt: Es ist nichts erreicht für eine medienkritische Öffentlichkeit oder für eine friedliche Welt, wenn die Bevölkerung Alex Jones glaubt statt der New York Times. Wie gesagt: So verstehe ich Ihre Artikel definitiv nicht. Es war mir aber doch wichtig es anzumerken, da ich diesen speziellen Artikel in dieser Hinsicht etwas missverständlich fand.

        Trumps Äußerungen sind derart von Gewalt geprägt, dass es mir einfach schwer fällt nicht zu kommentieren, wenn er Medien für ihre Kriegspropaganda attackiert. Das ist so, als würde George Waterboarder Bush uns über die Verwerflichkeit von Folter aufklären. Selbstverständlich wäre das eine wahre Aussage. Aber je nach Absender kann auch eine wahre Aussage schwer erträglich sein… Die von Ihnen angesprochene Mitverantwortung Trumps für die Ereignisse im Jemen ist da natürlich ein gutes Beispiel.

        Wie gesagt: Vielen Dank für die Antwort und die gute Arbeit!

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    2. Man sollte unterscheiden zwischen Bühne und realer Politik. Trump poltert auf der Bühne und agiert ganz anders hinter der Bühne – in der realen Politik.
      Für tiefere Einblicke siehe hier:
      http://analitik.de/category/analysen/
      Dort wird es sehr gut und eindringlich beschrieben. Und nein, man muß nicht mit der Meinung des Autoren übereinstimmen (z.B. bezüglich den Gründen von Angela Merkels Flüchtlingspolitik).

      Ebenso hier bei Thierry Meyssan (http://www.voltairenet.org/de)

      Das „die“ Medien Kriege auslösen können, ist letztlich altbekannt und dass sie diese unterstützen eine Binsenweisheit. Nachzulesen u.a. bei Andreas Elter „Die Kriegsverkäufer“.

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      1. Naja, das sehe ich ein wenig anders. Erstens kann das „Poltern“ manchmal sehr reale Folgen haben. z.B. wenn wir von Polizeigewalt oder Folter sprechen.

        Zweitens wurde der Krieg im Jemen ja bereits angesprochen. So weit ich das sehe, wäre der nicht möglich ohne Unterstützung bzw. Duldung durch die USA. Da könnten die USA bzw. Trump sehr direkt Einfluss ausüben, wenn er sich hinter den Kulissen für Frieden einsetzen wollte. Das Argument, dass Trump sich nur bei öffentlichen Auftritten aggressiv verhält, sich in Wirklichkeit aber für den Frieden einsetzt, habe ich schon oft gehört. Es scheint mir aber nicht wirklich stichhaltig zu sein.

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  3. „Wir leben nicht in einer Blase, sondern in der realen Welt.“ Frage: Wer sind wir? Wir, die wir keine Tagesschau mehr schauen, den Mainstream nur noch zur Kontrolle lesen und wissen, dass die doomsday-Uhr zwei Minuten vor Mitternacht steht? Ok, aber wir sind so dünn, wie die Ozonschicht. Machen wir uns nichts vor, die vielen anderen, die immer noch Merkel gewählt haben oder – noch schlimmer – die Grünen, sie schlafen tief und fest in ihrer Blase, weil sie sich nicht vorstellen könne, dass es in fünf Minuten regnen kann, wenn gerade die Sonne scheint.

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    1. Das ist ein wichtiger Punkt. Auch mir scheinen die Prognosen bzgl. der Größe eines kritisch denkenden Potentials in der Bevölkerung oft viel zu optimistisch zu sein. Klar, der Mainstream (sowohl in der Politik als auch im medialen Bereich) verliert Anhänger. Aber bisher wandert doch ein großer Teil ab in Richtung AfD, Trump, FN etc. Die haben mMn sicherlich kein attraktiveres Verhältnis zur Wahrheit als der Mainstream.

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    2. „Wir leben nicht in einer Blase, sondern in der realen Welt.“ Frage: Wer sind wir?

      Das ist wirklich die entscheidende Frage. „Wir“, das ist ein verschwindend kleiner Haufen „Ewiggestriger“, die zum großen Teil längst verzweifelt sind. Es genügt ein Blick aus dem Fenster oder ein kurzer Gang vor die eigene Haustür um zu sehen, daß die überwältigende Mehrheit der Menschen – schätzungsweise 98 Prozent – heute nicht nur sehr wohl in einer Blase lebt, sondern – schlimmer noch – die Realität gar nicht mehr erkennen kann. Warum nicht? Weil diese Menschen buchstäblich ihre gesamte Lebenszeit damit verbringen, auf den kleinen Mini-Fernseher zu gucken, den sie sich vor’s Gesicht halten, und den Sinn des Lebens offenbar darin sehen, mit dem Finger über eine Plastikfläche zu wischen und Sätze wie „boah ey geil“ auf diese zu tippen. Diese Leute haben keinerlei Bezug mehr zur Realität und auch keinerlei Interesse an ihr oder ihren Mitmenschen. Sie leben in einer Blase, in der außer der virtuellen Welt nur noch ihr eigenes, riesengroßes ICH Platz hat. Und wenn man sie aufmerksam beobachtet, kann man unschwer erkennen, daß viele von ihnen bereits hochgradig verhaltensgestört sind.

      Eine Gesellschaft, die nicht wahrhaben will, wie gefährlich so etwas ist, und sich nicht bemüht, dieser Massenverblödung – anders kann ich es leider nicht nennen – Einhalt zu gebieten, auch um den Preis, an den Schulen vielleicht zur Abwechslung mal wieder sowas wie „kritisches Denken“ unterrichten zu müssen, ist m. E. verloren.

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  4. Wieviel verdient Trump eigentlich an seinen Twitter-Rants? Die führen ja auch zu Börsen-Bewegungen… die vorhersehbar sind und sich in bare Münze verwandeln lassen. Warum reagiert die United States Securities and Exchange Commission (SEC) nicht?

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