Jetzt kommt die Rauchpflicht

Neues von Schabowski & Co.

Nachdem Politbüro-Mitglied Günter Schabowski gestern das Ende der Maskenpflicht verkündet hatte – augenaufunddurch.net berichtete –, herrschte im politischen Berlin zunächst Verwirrung. Ein in die Entscheidungsprozesse involvierter hoher Beamter des Innenministeriums deutete an, dass – entgegen Schabowskis Aussage vor der Presse – der Wohlfahrtsausschuss gar kein Ende der Maskenpflicht beschlossen hätte. Schabowski müsse folglich seine Aussage wider besseres Wissen oder irrtümlich getroffen haben, so der Beamte.

Doch für eine Korrektur war es schon zu spät. Kaum hatte Schabowskis Ankündigung die Runde gemacht, rissen sich auch schon bundesweit Millionen Menschen wechselseitig die Masken von den Gesichtern und lagen sich in den Armen. „Das Ende des Maulkorberlasses“ (so die Schlagzeile eines Massenblattes) wurde bis weit in die Nacht mit Autocorsos und Hupkonzerten gefeiert. Den politisch Verantwortlichen blieb nichts weiter übrig, als gute Miene zum turbulenten Spiel zu machen. Und so kam der Wohlfahrtsausschuss nicht umhin, Schabowski „ein völlig korrektes Handeln“ zu attestieren.

Die Freude über die Lockerung währte indes nur kurz. Nur einen Tag nach Aufhebung der Maskenpflicht verkündete der Wohlfahrtsausschuss, dass zwecks Bekämpfung der Pandemie ersatzweise und umgehend eine bundesweite Rauchpflicht eingeführt werde. Alle Bewohner des  Landes ab einem Lebensalter von 16 Jahren sind demzufolge verpflichtet, mindestens eine Packung Filterzigaretten pro Tag zu rauchen.

Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, hatte ein Ministerpräsident aus dem Süden des Landes sogar für eine Rauchpflicht ab 14 Jahren plädiert. Dagegen erhob sich allerdings vehementer Widerspruch – auch von Seiten der Kanzlerin, die bemerkte: „Wenn das durchgeht, ist das nicht mehr mein Land.“

Die Begründung der Rauchpflicht stützt sich auf ein wissenschaftliches Gutachten der Forschungsabteilung von „British American Tobacco“. Darin wird nachgewiesen, dass der Zigarettenrauch die Lunge und die Atemwege mit einer feinen Schicht überzieht, die einen perfekten Schutz gegen Angriffe sämtlicher derzeit bekannter Viren (und damit auch des Corona-Virus) bietet. Zudem seien sich Nikotin und Virus spinnefeind.

Kaum war der Beschluss verkündet, traten auch schon lautstarke Kritiker auf den Plan und behaupteten, mit der Einführung einer Rauchpflicht sei der Wohlfahrtsausschuss vor der Tabaklobby eingeknickt. Die Kanzlerin wie auch der soeben erwähnte Ministerpräsident wiesen diese Anschuldigung indessen umgehend als „krude Verschwörungstheorie“ zurück.

Wie nicht anders zu erwarten, erhoben einige Ärzteverbände Bedenken gegen die Rauchpflicht. Die negativen Folgen des Rauchens, so sagten sie, seien seit langem bekannt. Ein gefährliches Virus durch eine Rauchpflicht zu bekämpfen, könne ungeahnte Risiken und Nebenwirkungen verursachen.

Auch dieser Einwand konnte freilich vom Wohlfahrtsausschuss überzeugend entkräftet werden. Zunächst stellte die Kanzlerin fest, dass sich der Ausschuss seine Entscheidung keineswegs einfach gemacht habe und eine schwierige Güterabwägung habe treffen müssen. Der Risiken des Rauchens sei sie sich durchaus bewusst. Kollateralschäden seien in der Tat nicht völlig auszuschließen. Daher habe man beschlossen, die durch die Rauchpflicht zu erwartenden höheren Einnahmen aus der Tabaksteuer einzusetzen, um nach dem Ende der Pandemie etwaige Herz-Kreislauf- oder Lungenkrebserkrankungen zu behandeln.

Schließlich meldeten sich noch die Sozialverbände zu Wort. Sie wandten ein, dass wegen der hohen Zigarettenpreise die Rauchpflicht vor allem sozial Schwache belaste. Auch dieser Einwand konnte ausgeräumt werden. Man werde, so die einmütige Stellungnahme des Ausschusses, sozial Bedürftige auf Antrag mit bis zu 50 Euro pro Monat beim Zigarettenkauf unterstützen. Diese soziale Komponente der Rauchpflicht ist vor allem dem Wirken der sozialdemokratischen Mitglieder des Ausschusses zu verdanken.

Wie Politbüro-Mitglied Günter Schabowski soeben vor der Hautstadtpresse mitteilte, gilt die Rauchpflicht ab sofort, unverzüglich – und zwar durchgehend bis zum Ende der Pandemie, das gegenwärtig noch nicht absehbar ist.

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