Verschwörung gegen Corbyn

Im April 2020 wurde dem Sender Sky News ein ebenso umfangreiches wie brisantes Dokument der britischen Labour Party zugespielt. Eigentlich hätte es (noch) unter Verschluss bleiben sollen. Doch nun, an die Öffentlichkeit gelangt, bestätigte es einen bösen Verdacht, den viele Beobachter der politischen Szene in Großbritannien schon lange gehegt hatten: Jeremy Corbyn, von 2015 bis 2020 Vorsitzender der Labour Party, wurde das Opfer einer breit angelegten politischen Verschwörung. Einflussreiche Kräfte innerhalb der Partei, die sich nicht damit abfinden wollten, dass ein prononcierter Vertreter des linken Flügels dank überwältigender Mitgliedervoten an der Spitze Labours stand, betrieben hartnäckig seinen Sturz. Dabei nahmen sie Wahlniederlagen Labours billigend in Kauf.

Nachdem der Parteilinke Jeremy Corbyn im September 2015 per Urwahl überraschend klar zum neuen Vorsitzenden gewählt worden war, schien es, als könne er der Labour Party neues Leben einhauchen. Es herrschte Aufbruchsstimmung. Die Partei erfreute sich eines ungeahnten und außerordentlichen Zustroms neuer Mitglieder. Corbyn begann mit circa 200.000 Genossen und lag am Ende bei fast 600.000. Er stellte die Partei aber auch programmatisch neu auf, vollzog die Abkehr vom „Thatcherismus mit menschlichem Antlitz”, dem sich der frühere Parteivorsitzende Tony Blair verschrieben hatte. Weiterlesen bei Multipolar –>

Hier – ergänzend zum verlinkten Multipolar-Artikel – das erste große Interview Jeremy Corbyns seit seinem Rücktritt vom Vorsitz der Labour Party:

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