Manchmal habe ich Angst vor den Maskenmenschen

Von Nicolas Lindt

Vorausschicken muss ich, dass ich leide, wenn Menschen nicht frei sind. Es schmerzt mich, mit ansehen zu müssen, wenn sie gehorchen, weil sie zu etwas gezwungen werden. Deshalb tut es mir in der Seele weh, wie sich ein ganzes Volk dem Corona-Joch beugt, als ob es eine von Gott verordnete Strafe sei. An den Anblick maskentragender Menschen will ich mich nie gewöhnen.

Ich selbst habe das Glück, dass ich infolge eines Geburtsfehlers von der Pflicht, eine Maske zu tragen, befreit bin. Doch es ist ein zwiespältiges Glück. Einerseits bin ich zwar dankbar und froh, unbehindert atmen zu können – trotzdem kann ich mein Privileg nicht genießen. Denn wo immer ich öffentlich gehe und stehe, bin ich fast der einzige ohne Maske. Und das ist nicht leicht zu ertragen.

Obwohl ich ein ärztliches Attest habe, das mich schützt, versuche ich Situationen zu meiden, die mich der maskentragenden Masse allzu schonungslos ausliefern würden. Ich nehme, wann immer möglich, das Auto und ich erledigte unsere Einkäufe, solange dort Maskentragen noch freiwillig war, im Nachbarkanton.

Bis die Front über Nacht plötzlich näher rückte: Maskenzwang in den Läden des ganzen Landes. Ausweichen ging nicht mehr. Ich konnte mir die Fahrt über die Kantonsgrenze sparen. Bei meinem nächsten Einkauf begab ich mich wieder in den Supermarkt hier bei uns. Mein Attest hatte ich in der Tasche.

Als ich den Laden betrat, stockte ich. Einer großen Zahl Masken tragender Menschen gegenüberzutreten, ist jedes Mal wieder ein Schock für mich. Wo immer ich damit bereits konfrontiert war – in der S-Bahn, am Bahnhof, in der Fußgängerzone, an der Masterfeier für unseren Sohn, in der Abflughalle auf dem Weg in die Ferien, im Flugzeug, wieder zu Hause im Wartezimmer des Zahnarztes: Es ist ein ungesundes und hässliches Bild. Auch jetzt, beim Betreten des Supermarktes war es nicht anders. Ich sah nur noch Masken statt Menschen. Ich sah nur noch Vogelgesichter. Und es kam mir so vor, als ob mich die Vogelaugen über den Vogelschnäbeln mit ihren Blicken alle fixieren würden. Weiterlesen bei Corona Transition –>

Ein Kommentar zu „Manchmal habe ich Angst vor den Maskenmenschen

  1. Dieses Jahr kam ich mir öfters mal vor wie in dem Film „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells, der in der Zukunft spielt und in dem es die schönen Elois gibt, die quasi im Schlaraffenland auf der Erde in den Tag hinein leben, und die bösen, hässlichen Morloks, die unter der Erde leben, und in dem es zwischen diesen beiden Gruppen eine grausame Verbindung gibt, weil die Elois nicht aufwachen aus ihrem Tagtraum.

    Dabei ist es auf der Erde sogar ziemlich umgekehrt: Die Bösen leben in Saus und Braus und die Guten schuften sich, teils unter der Erde oder unter schlimmen Bedingungen, für einen Hungerlohn ab und kaputt. Wenn man da z.B. an die Kaste der Unberührbaren in Indien denkt, die die niedrigsten und schmutzigsten Arbeiten für einen Hungerlohn machen müssen. Und all die günstigen Produkte aus China gibt es sicher auch nicht deswegen so günstig, weil dort sagenhafte Löhne gezahlt werden oder weil die Roboterisierung dort noch weiter vorangeschritten ist als bei uns.

    Ich hoffe, unsere Staats-, Partei- und Landesführer kommen nicht auf die Idee, aufgrund irgendwelcher Anweisungen oder Umstände alles noch schlimmer zu machen als es eh schon ist.
    Gemeinsam, d.h. wir 83 Millionen Deutsche aber auch wir ca. 500 Millionen Europäer (nicht EUler!) gemeinsam, werden wir diesen Schwachfug und die Verursacher überstehen.

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