Bernard von Brentano 1937

Über anderthalb Jahrzehnte – von 1933 bis 1949 – verbrachte der Schriftsteller Bernard von Brentano im Schweizer Exil (siehe auch meinen Beitrag vom 15. Juni 2026). Dort schrieb er nicht nur sein Hauptwerk Theodor Chindler, sondern auch den beklemmenden Roman Prozess ohne Richter, den er 1937 im Amsterdamer Exilverlag Querido veröffentlichen konnte. Er schildert in betont-nüchterner, gleichwohl eindringlicher Form das Schicksal des Mathematikprofessors Klitander und seiner Frau Fine, die – ohne erkennbare Schuld – in die Mühlen einer autoritären Staatsmacht geraten und zugrunde gehen. Das Buch ist derzeit nur antiquarisch zu erwerben. Hier ein kleiner Ausschnitt – Klitanders Verhaftung.

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Eve of destruction? Eine Mutmaßung

Befürworter wie Kritiker der aktuellen Corona-Maßnahmen sind sich in einem wesentlichen Punkt einig. Sie alle neigen zu der Annahme, dass diejenigen, die uns durch diese nicht enden wollende Krise steuern, eine klar definierte Agenda verfolgen, dass sie – ungeachtet aller Turbulenzen und „Debakel“ ihres Krisenmanagements – das Heft des Handelns in der Hand halten, dass sie wissen, was sie wollen und was sie tun. Tatsächlich? Spricht nicht, ganz im Gegenteil, vieles dafür, dass die Corona-Politik längst aus dem Lot und außer Kontrolle geraten ist? Dass der „Krieg gegen das Virus“ nur Leid und Zerstörung und viele Verlierer hinterlässt? Dass also – bewusst oder unbewusst – gewaltige Destruktivkräfte entfesselt wurden, die inzwischen ein Eigenleben führen?

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