Welche Zukunft?

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt beschäftigte sich am 11. Juni 2017 mit dem Thema „Zukunft“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Die Zukunft erfinden: Postkapitalismus und eine Welt ohne Arbeit“ von Nick Srnicek und Alex Williams (übersetzt von Thomas Atzert, erschienen in der Edition Tiamat). Hier der Beitrag zum Nachhören; er beginnt mit einem Ausschnitt aus Roger Willemsens Zukunftsrede „Wer wir waren“ (gelesen von Christian Brückner).

Sechs-Tage-Krieg 1967

Ein Themenabend bei ARD-alpha

Es war eine Sternstunde des politischen Fernsehjournalismus. Am 09. Juni 2017 brachte ARD-alpha einen Schwerpunktabend zum 50. Jahrestag des von Israel im Juni 1967 ausgelösten „Sechs-Tage-Krieges“, der mit einem militärischen Triumph über die arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien endete. Welche Ursachen, Hintergründe und vor allem: welche mittel- und längerfristigen Folgen hatte dieser Krieg? Und wie steht es heute? Welche Chancen gibt es für eine Regelung  des israelisch-palästinensischen Konflikts, welche Hindernisse liegen einer friedlichen und gerechten Lösung im Weg? „Sechs-Tage-Krieg 1967“ weiterlesen

Wahrheitspresse

Patrick Cockburns Reportagen aus dem Nahen und Mittleren Osten

Jeder weiß – oder sollte wissen: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Nicht nur die Militärmaschinerien laufen auf Hochtouren, auch die Propagandaapparate tun es. Und nicht nur die jeweiligen Kriegsparteien verbiegen nach Kräften die Wirklichkeit, auch die Medien sind mit von der Partie, mal mehr, mal weniger. „Wahrheitspresse“ weiterlesen

Tagesschau

Ein neues Buch über die umstrittene ARD-Informationssendung

Es ist schon zwei, drei Jahre her. Mit einem guten alten Freund verabredete ich mich per Email auf ein längeres abendliches Telefonat. „Ist Viertel nach acht okay“, fragte er, „ich ruf Dich an!“ „Ja, prima, ich freu mich!“ Zur vereinbarten Stunde saß ich bereit. Doch das Telefon stand still. Die Zeit verging. Hatte er mich vergessen? War ihm etwas dazwischen gekommen? Sollte ich einfach die Initiative ergreifen und mich melden? „Tagesschau“ weiterlesen

RussiaGate? – WhateverGate!

Acht Fragen zu Trump & Co. – und acht halbwegs vernünftige Antworten

Halbwegs vernünftige Menschen erwarten, dass auch andere Menschen halbwegs vernünftig sind. Wie unvernünftig!

Über Donald Trump muss man nicht viele Worte verlieren. Er ist nicht einmal halbwegs vernünftig. Das heißt aber nicht, dass seine zahlreichen Gegner, nur weil sie gegen ihn sind, irgendwie vernünftig wären. „RussiaGate? – WhateverGate!“ weiterlesen

Tabu, Ausgrenzung und Pizzagate

Ein Text von Paul Schreyer

Trotz Pressefreiheit: Viele Leitmedien schützen bestimmte Tabus. Wer nahelegt, wir lebten in einer Oligarchie, wer den Verdacht von Staatsterrorismus äußert oder wer organisierten Kindesmissbrauch auf hoher Ebene thematisiert, der wird immer öfter als „krank“ oder „verwirrt“ ausgegrenzt.

Was ist nur los mit den Medien? Warum können brisante, verunsichernde Themen kaum mehr kontrovers diskutiert werden? Wie kann es sein, dass jeder, der am Funktionieren unserer Demokratie grundlegend zweifelt, gleich selbst zu deren Feind ernannt wird? Weshalb gilt Systemkritik, wie sie lange zur akzeptierten politischen Auseinandersetzung gehörte, neuerdings plötzlich immer als „rechts“? Weiterlesen —>

Die fehlenden Teile der Geschichte

Zu Michael Lüders‘ Syrien-Buch

In der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ habe ich am 30. April 2017 Michael Lüders‘ „umstrittenes“ Syrien-Buch Die den Sturm ernten besprochen. Hier der Beitrag zum Nachhören und -lesen. Das Audio beginnt mit einem O-Ton von Michael Lüders, es folgt die Anmoderation Walter van Rossums, dann die Besprechung. „Die fehlenden Teile der Geschichte“ weiterlesen

Klaffende Lücken

Giftgas in Syrien

Zu dem bis heute unaufgeklärten angeblichen oder tatsächlichen Chemiewaffenangriff im syrischen Khan Sheikhoun, Provinz Idlib, schrieb George Monbiot, einer der prominentesten Journalisten Großbritanniens, am 4. April auf Twitter:

„Do those who still insist Syrian govt didn’t drop chemical weapons have any idea how much evidence they are denying?”

Die medienkritische Website Medialens stellt heute die Gegenfrage. „Klaffende Lücken“ weiterlesen

Am besten nichts Neues

Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe

Hier zum Nachhören meine neue „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (gesendet am 17. April 2017). Sie befasst sich mit dem Medienecho auf die Pressekonferenz von Günter Lubitz, dem Vater des allgemein für schuldig gehaltenen Ko-Piloten. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Analyse eines „heute journal“-Gesprächs zwischen Moderator Christian Sievers und dem Luftfahrtexperten Andreas Spaeth.

Keine Argumente – nur miese Tricks

Michael Lüders am Pranger

In den vergangenen Tagen habe ich mir immer mal wieder den Amazon-Verkaufsrang von Michael Lüders‘ aktuellem Buch „Die den Sturm ernten“ angeschaut. Im Moment (17. April, 9 Uhr) steht es unter den Top Ten. Auch Lüders‘ Vorgängerbuch „Wer den Wind sät“ (inzwischen in der 23. Auflage!) rangiert nur unwesentlich schlechter.

Eine gute Nachricht, oder? Die Versuche der „Anne Will“-Sendung, den Autor Michael Lüders zu diskreditieren, haben offenbar nicht gefruchtet. Im Gegenteil. „Keine Argumente – nur miese Tricks“ weiterlesen

59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern! Seit Wochen hören und lesen wir, zwischen Donald Trump und „den Medien“ herrsche Krieg. Trump gegen CNN zum Beispiel – oder CNN gegen Trump. Wie Feuer und Wasser, die beiden. Wo soll das noch hinführen, wie lange kann das gut gehen?

Und jetzt? Was ist jetzt? Nach den 59 Tomahawks…

Schauen wir genauer hin. Nehmen wir, pars pro toto, den CNN-Star Fareed Zakaria. „59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…“ weiterlesen

Barfuß durch die Hölle

Im Dezember vergangenen Jahres wurde ein von vielen Filmfreunden schon verloren geglaubter Schatz gehoben. Die legendäre japanische Fernsehserie „Barfuß durch die Hölle“ erschien auf DVD – endlich! Sie war 1962 produziert und 1967 vom ZDF in einer zwar gekürzten, aber immer noch fast 600 Minuten langen, siebenteiligen Fassung ausgestrahlt worden. „Barfuß durch die Hölle“ weiterlesen

Pack schlägt zu

Das gefällt auch dem Deutschen

In den vergangenen Monaten hat es mich immer wieder erstaunt, dass viele kluge Zeitgenossen, unter ihnen professionelle Beobachter, deren Urteil ich sehr schätze, die Präsidentschaft Donald Trumps begrüßt und mit ihr gewisse Hoffnungen verbunden haben. Insbesondere auf dem Feld der Außenpolitik, so ihre Erwartung, werde sich einiges zum Besseren wenden: Verständigung mit Russland, Ende der „Regime Change“-Projekte, weniger Krieg. „Pack schlägt zu“ weiterlesen

Vollhonks und Holzmännchen

Wenn mein Neunjähriger sich daneben benimmt (was mitunter vorkommt), kriegt er maximal drei Ermahnungen. Ist auch die dritte wirkungslos verpufft, bleibt mir keine Wahl: „Schluss jetzt! Es reicht! Ab in Dein  Zimmer! Darfst wiederkommen, wenn Du Dich beruhigst hast!“

Ich will nicht behaupten, dass dieses Verfahren der pädagogischen Weisheit letzter Schluss ist. Aber in der Regel funktioniert es. Nach einer halben Stunde kehrt mein Neunjähriger wie umgewandelt in den Kreis der Familie zurück. Natürlich ist der Friede nicht von Dauer, aber immerhin.

„Vollhonks und Holzmännchen“ weiterlesen

Au courant? Au contraire!

Der Medienkrieg tobt. Die Einschläge kommen näher. Immer mehr zivile Opfer.

Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Doch es gibt sie noch, die Friedenszonen, in denen die klugen Köpfe, die Stimmen der Vernunft, die Verantwortungsethiker das Sagen haben. Sie halten das Fähnlein der Aufrechten hoch und füllen die Lücken, die der Krieg hinterlässt. Sie stapeln Sandsäcke gegen die stinkenden Wassermassen. Sie vertrauen unbeirrt auf den zwanglosen Zwang des besseren Arguments.

„Au courant? Au contraire!“ weiterlesen