Network

Der Film zur Krise

Vor einigen Tagen hatte ich an dieser Stelle den US-Spielfilm Network (1976) als den „ultimativen Film zur Krise“ bezeichnet und eine Schlüsselszene verlinkt. Auf den Gedanken, dass Network uns gerade in diesen Tagen viel zu sagen hat, sind auch andere gekommen. Die amerikanische Unz Review hat jetzt unter dem Titel „NETWORK: A Populist Classic“ eine sehr interessante und mit mehreren Ausschnitten angereicherte Analyse des Werks veröffentlicht. Autor des Textes ist Trevor Lynch – hier.

War’s das jetzt? Oder kommt noch was?

Der Mainstream bringt sich gerade selbst um die Ecke, sagt Walter van Rossum

Mittlerweile widmen Tagesschau und heute-journal einen erheblichen Teil ihrer Berichterstattung üblen Verschwörungstheoretikern, die ihren pandemischen Botschaften zu widersprechen wagen. Am Samstag veröffentlichte der Spiegel vier Seiten zum Thema und macht Rubikon zu einem der Hauptangeklagten. Am Sonntag folgte umgehend die Süddeutsche und schrieb alles beim Spiegel ab. Vielleicht ist es zu viel der Mühe, auf solche Postillen noch zu reagieren. Eigentlich genügte es, ein paar Wochen alte Ausgaben zu lesen und abzuwarten: Der Mainstream bringt sich gerade selbst um die Ecke. Alle Beatmung kommt zu spät! „War’s das jetzt? Oder kommt noch was?“ weiterlesen

Aus aktuellem Anlass (I)

Peter Handke: Die drei Lesungen des Gesetzes (1968)

 

1.

Jeder Staatsbürger hat das Recht –

Beifall

seine Persönlichkeit frei zu entfalten –

Beifall

insbesondere hat er das Recht auf:

Arbeit –

Beifall

Freizeit –

Beifall

Freizügigkeit –

Beifall

Bildung –

Beifall

Versammlung – „Aus aktuellem Anlass (I)“ weiterlesen

Den Markus Söder in seinem Lauf…

…halten weder Ochs noch Esel auf

Sieht er nicht putzig aus mit seiner weiß-blauen Maske? Eine wahre Söder-Zierde, dieses Accessoire. Zumal es die unvorteilhafteren Partien seiner Physiognomie dem Blick des Betrachters entzieht. Sage noch einer, Masken seien unnütz. „Den Markus Söder in seinem Lauf…“ weiterlesen

In der Katastrophe wird die Wahrheit offenbar

„In St. Jago, der Hauptstadt des Königreichs Chili, stand gerade in dem Augenblicke der großen Erderschütterung vom Jahre 1647, bei welcher viele Tausend Menschen ihren Untergang fanden, ein junger, auf ein Verbrechen angeklagter Spanier, namens Jeronimo Rugera, an einem Pfeiler des Gefängnisses, in welches man ihn eingesperrt hatte, und wollte sich erhenken.“ „In der Katastrophe wird die Wahrheit offenbar“ weiterlesen

Luxemburg im Zeichen des Hakenkreuzes

75 Jahre Kriegsende (I)

In kaum einem anderen europäischen Land sind die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg so gegenwärtig wie in Luxemburg. Der deutsche Einmarsch 1940 und der dann folgende Versuch, das kleine Land seiner Identität zu berauben und es dem „Großdeutschen Reich“ einzuverleiben, sind für die Luxemburger ein traumatisches Erlebnis gewesen. Nicht minder gegenwärtig ist die Erinnerung an den mutigen Widerstand vieler Luxemburger gegen die deutsche Okkupation. „Luxemburg im Zeichen des Hakenkreuzes“ weiterlesen

Als Reisen noch bildete

Die Welt des Baedeker

Reisen bildet, heißt es. Nur: Was soll man machen, wenn man sich reisend bilden möchte, aber nicht darf? Wenn man raus will, aber die Grenzen dicht sind? In trübsinnigen Zeiten wie diesen suche ich immer öfter nach Surrogaten – fahre mit dem Finger über Landkarten, träume mich mit Bildbänden in ferne Welten, schwelge in alten Reiseführern. „Als Reisen noch bildete“ weiterlesen

MASKEN TIER HALTUNG

Sind wir dümmer als der Frosch? In einem Beitrag für die Wochenzeitung „Der Freitag“ erinnert der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Marco Bülow an ein bekanntes Experiment. Ein Frosch sitzt in einem offenen Behälter mit warmem Wasser. Plötzlich wird ein Schwall heißes Wasser zugeführt. Der Frosch springt erschrocken aus dem Gefäß und rettet sich. Völlig anders verhält er sich, wenn man das lauwarme Wasser ganz langsam erhitzt. Der Frosch bleibt sitzen. Er springt nicht – und stirbt. „MASKEN TIER HALTUNG“ weiterlesen

Keine Experimente – Putin auf der Zielgeraden | Teil 2

„Putin“ ist zum Alpha und Omega jeder Russland-Betrachtung geworden. Wobei wir immer weniger über den real existierenden Putin reden, sondern über ein von uns geschaffenes Konstrukt, über eine Projektionsfläche, auf der Putin mal zum furchteinflößenden Dämon verzerrt, mal zum Hoffnungsträger und Heilsbringer verklärt wird. „Keine Experimente – Putin auf der Zielgeraden | Teil 2“ weiterlesen

Keine Experimente – Putin auf der Zielgeraden | Teil 1

Der 15. Januar 2020 war ein wichtiges und möglicherweise folgenreiches Datum im politischen Leben Russlands. An diesem Tag hielt Präsident Wladimir Putin seine alljährliche Ansprache vor der Föderalen Versammlung des Landes. Diese Rede zur Lage der Nation gilt als russisches Pendant zur „State of the Union Address“ des US-Präsidenten und stößt für gewöhnlich auf großes Interesse weit über Russland hinaus. „Keine Experimente – Putin auf der Zielgeraden | Teil 1“ weiterlesen

Der OPCW-Skandal und das Schweigekartell

Ob in der Politik oder in den Medien: Wer tendenziöse, einseitig konstruierte Narrative in Umlauf bringt und sie bedient, spielt mit hohem Einsatz. Wenn sich auch nur ein Baustein des Konstrukts lockert oder als brüchig erweist, drohen Folgeschäden bis hin zum Einsturz des ganzen Gebäudes. Selbst die gewieftesten Narrativ-Manager geraten dann rasch ans Ende ihrer Manipulationskünste. Weiterlesen bei Multipolar–>

 

Tolstoi-Zitate (VIII)

Aus einem Brief Tolstois an Gandhi (7. September 1910)

In diesem Frühjahr prüfte beim Religionsexamen an einem Töchterinstitut Moskaus zuerst der Religionslehrer und dann der gleichfalls anwesende Erzbischof die Mädchen über die zehn Gebote und im besonderen über das fünfte. Auf das richtige Hersagen des Gebotes hin stellte der Erzbischof jeweils meist die Frage: ist es immer und in allen Fällen durch das Gesetz Gottes verboten, zu töten? Und die unglücklichen, durch ihre Lehrer verdorbenen Mädchen mußten antworten und antworteten auch: nicht immer, denn im Krieg und bei Hinrichtungen darf getötet werden.

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Tolstoi-Zitate (VII)

Aus Eines ist not. Über die Staatsmacht (1905)

Die Menschheit hat alle möglichen Formen der auf Gewalt gegründeten Regierung versucht, aber überall, in der vollkommensten Republik wie in der rohesten Despotie, bleibt qualitativ und quantitativ das Übel der Gewalt ein und dasselbe. Herrscht keine Willkür und ist kein Haupt einer despotischen Regierung vorhanden – so stößt man auf Müßiggang und die Selbstregierung republikanischer Massen; fehlt die persönliche Sklaverei, so ist Geldsklaverei vorhanden; fehlen direkte Steuern und Abgaben, so gibt es indirekte; fehlen selbstherrliche Paschas, so gibt es selbstherrliche Könige, Kaiser, Milliardäre, Minister, Parteien.

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