Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien

Im Juli 2017 veröffentlichte die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung eine große Studie des Medienforschers Michael Haller. Titel: Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien. Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information. Was und wie haben die Betroffenen, also die Medien, über diese Untersuchung berichtet? Hier – zum Nachhören – meine „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (13. August 2017).

 

Das letzte Ufer

Drei kleine Anmerkungen zum Atomkrieg

„On the Beach 2017“ – so ist ein am 4. August veröffentlichter Artikel von John Pilger überschrieben (deutsche Fassung hier). Der aus Australien stammende Journalist thematisiert darin die Möglichkeit eines Atomkriegs. „On The Beach“ – so heißt auch der 1957 erschienene Roman von Pilgers Landsmann Nevil Shute, ebenso die zwei Jahre später in die Kinos gekommene US-Verfilmung des Stoffes durch Stanley Kramer. Beide, Roman und Film, wurden in Deutschland unter dem Titel „Das letzte Ufer“ bekannt. „Das letzte Ufer“ weiterlesen

RussiaGate 1918/19

Die deutsche Angst vor „russischen Zuständen“

Es gibt Bücher, nach deren Lektüre man nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen kann. Sie lassen einen nicht los. Dem noch jungen, 1981 geborenen Historiker Mark Jones ist ein Werk dieses Kalibers gelungen. Am Anfang war Gewalt heißt es, erschienen ist es im Propyläen Verlag. Jones beschreibt in bislang nicht gekannter Eindringlichkeit die Geburtsphase der Weimarer Republik, die Monate vom November 1918 bis zur Mitte 1919. Was damals geschah, ist im historischen Bewusstsein der Deutschen allenfalls bruchstückhaft präsent. In dieser hochdramatischen Phase der deutschen Geschichte galt: Politik war Gewalt und Gewalt war Politik. „RussiaGate 1918/19“ weiterlesen

Eskalationsgefahr in Syrien?

Was ist in Syrien los? Droht der Krieg weiter zu eskalieren? Werden am Ende die beiden Großen, also die USA und Russland, aneinandergeraten? Oder sind das alles nur „Nadelstiche“ (aus Washington) und „Drohgebärden“ (aus Moskau)? Glaubt man den meisten westlichen Leit- und Qualitätsmedien, dann ist in den vergangenen Tagen und Wochen gar nicht so viel passiert. Die Meinungsführer tendieren zum Abwiegeln, allerdings selten ohne die üblichen und vorsorglichen Schuldzuweisungen – man kann ja nie wissen, was da noch kommen wird. „Eskalationsgefahr in Syrien?“ weiterlesen

Die Kremlins im deutschen Wahlkampf

Was der Russe, also Putin, wirklich vorhat

Experten gehen davon aus, dass sich der Russe, also Putin, in den anstehenden Wahlkampf zum Deutschen Bundestag einmischen wird. Für Kenner der Lage unterliegt es keinem Zweifel, dass wir uns auf einiges von dem gefasst machen müssen, was wir aus anderen, mit uns befreundeten Ländern schon kennen: diverse, unangenehm-peinliche Hacks und Leaks, dazu natürlich ein Trommelfeuer der gerade hierzulande äußerst einflussreichen russischen Massenmedien, allen voran RT Deutsch und Sputniknews. Wir müssen uns auf Propaganda der übelsten Sorte einstellen. Und wir müssen der traurigen Tatsache ins Auge blicken, dass unsere Medien – in Sachen Propaganda gänzlich unerfahren – dem schwerlich etwas entgegensetzen können. Der dreisten Lüge ist mit der schlichten Wahrheit bekanntlich nicht beizukommen. „Die Kremlins im deutschen Wahlkampf“ weiterlesen

Dumm gelaufen

Jeremy Corbyn und die Medien

Am 14. August 2016 hatte ich auf dieser Seite einen Beitrag veröffentlicht, der sich kritisch mit der Berichterstattung britischer Medien über den Vorsitzenden der Labour Party, Jeremy Corbyn, beschäftigte. Der Parteilinke Corbyn war zum Entsetzen der Anhänger des früheren Labour-Chefs Tony Blair im September 2015 per Urwahl und mit eindrucksvoller Mehrheit in sein Amt gewählt worden. Seine politischen Gegner haben sich mit dieser basisdemokratischen Entscheidung nie abgefunden und ihr Möglichstes getan, Corbyn das Leben schwer zu machen und ihn zum Scheitern zu bringen. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von den Mainstream-Medien des Landes, die Corbyn vom ersten Tag an keine Ruhe ließen und alles daran setzen, ihn niederzuschreiben. „Dumm gelaufen“ weiterlesen

Welche Zukunft?

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt beschäftigte sich am 11. Juni 2017 mit dem Thema „Zukunft“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Die Zukunft erfinden: Postkapitalismus und eine Welt ohne Arbeit“ von Nick Srnicek und Alex Williams (übersetzt von Thomas Atzert, erschienen in der Edition Tiamat). Hier der Beitrag zum Nachhören; er beginnt mit einem Ausschnitt aus Roger Willemsens Zukunftsrede „Wer wir waren“ (gelesen von Christian Brückner).

Sechs-Tage-Krieg 1967

Ein Themenabend bei ARD-alpha

Es war eine Sternstunde des politischen Fernsehjournalismus. Am 09. Juni 2017 brachte ARD-alpha einen Schwerpunktabend zum 50. Jahrestag des von Israel im Juni 1967 ausgelösten „Sechs-Tage-Krieges“, der mit einem militärischen Triumph über die arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien endete. Welche Ursachen, Hintergründe und vor allem: welche mittel- und längerfristigen Folgen hatte dieser Krieg? Und wie steht es heute? Welche Chancen gibt es für eine Regelung  des israelisch-palästinensischen Konflikts, welche Hindernisse liegen einer friedlichen und gerechten Lösung im Weg? „Sechs-Tage-Krieg 1967“ weiterlesen

Wahrheitspresse

Patrick Cockburns Reportagen aus dem Nahen und Mittleren Osten

Jeder weiß – oder sollte wissen: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Nicht nur die Militärmaschinerien laufen auf Hochtouren, auch die Propagandaapparate tun es. Und nicht nur die jeweiligen Kriegsparteien verbiegen nach Kräften die Wirklichkeit, auch die Medien sind mit von der Partie, mal mehr, mal weniger. „Wahrheitspresse“ weiterlesen

Tagesschau

Ein neues Buch über die umstrittene ARD-Informationssendung

Es ist schon zwei, drei Jahre her. Mit einem guten alten Freund verabredete ich mich per Email auf ein längeres abendliches Telefonat. „Ist Viertel nach acht okay“, fragte er, „ich ruf Dich an!“ „Ja, prima, ich freu mich!“ Zur vereinbarten Stunde saß ich bereit. Doch das Telefon stand still. Die Zeit verging. Hatte er mich vergessen? War ihm etwas dazwischen gekommen? Sollte ich einfach die Initiative ergreifen und mich melden? „Tagesschau“ weiterlesen

RussiaGate? – WhateverGate!

Acht Fragen zu Trump & Co. – und acht halbwegs vernünftige Antworten

Halbwegs vernünftige Menschen erwarten, dass auch andere Menschen halbwegs vernünftig sind. Wie unvernünftig!

Über Donald Trump muss man nicht viele Worte verlieren. Er ist nicht einmal halbwegs vernünftig. Das heißt aber nicht, dass seine zahlreichen Gegner, nur weil sie gegen ihn sind, irgendwie vernünftig wären. „RussiaGate? – WhateverGate!“ weiterlesen

Die fehlenden Teile der Geschichte

Zu Michael Lüders‘ Syrien-Buch

In der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ habe ich am 30. April 2017 Michael Lüders‘ „umstrittenes“ Syrien-Buch Die den Sturm ernten besprochen. Hier der Beitrag zum Nachhören und -lesen. Das Audio beginnt mit einem O-Ton von Michael Lüders, es folgt die Anmoderation Walter van Rossums, dann die Besprechung. „Die fehlenden Teile der Geschichte“ weiterlesen

Klaffende Lücken

Giftgas in Syrien

Zu dem bis heute unaufgeklärten angeblichen oder tatsächlichen Chemiewaffenangriff im syrischen Khan Sheikhoun, Provinz Idlib, schrieb George Monbiot, einer der prominentesten Journalisten Großbritanniens, am 4. April auf Twitter:

„Do those who still insist Syrian govt didn’t drop chemical weapons have any idea how much evidence they are denying?”

Die medienkritische Website Medialens stellt heute die Gegenfrage. „Klaffende Lücken“ weiterlesen

Am besten nichts Neues

Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe

Hier zum Nachhören meine neue „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (gesendet am 17. April 2017). Sie befasst sich mit dem Medienecho auf die Pressekonferenz von Günter Lubitz, dem Vater des allgemein für schuldig gehaltenen Ko-Piloten. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Analyse eines „heute journal“-Gesprächs zwischen Moderator Christian Sievers und dem Luftfahrtexperten Andreas Spaeth.

Keine Argumente – nur miese Tricks

Michael Lüders am Pranger

In den vergangenen Tagen habe ich mir immer mal wieder den Amazon-Verkaufsrang von Michael Lüders‘ aktuellem Buch „Die den Sturm ernten“ angeschaut. Im Moment (17. April, 9 Uhr) steht es unter den Top Ten. Auch Lüders‘ Vorgängerbuch „Wer den Wind sät“ (inzwischen in der 23. Auflage!) rangiert nur unwesentlich schlechter.

Eine gute Nachricht, oder? Die Versuche der „Anne Will“-Sendung, den Autor Michael Lüders zu diskreditieren, haben offenbar nicht gefruchtet. Im Gegenteil. „Keine Argumente – nur miese Tricks“ weiterlesen

59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern! Seit Wochen hören und lesen wir, zwischen Donald Trump und „den Medien“ herrsche Krieg. Trump gegen CNN zum Beispiel – oder CNN gegen Trump. Wie Feuer und Wasser, die beiden. Wo soll das noch hinführen, wie lange kann das gut gehen?

Und jetzt? Was ist jetzt? Nach den 59 Tomahawks…

Schauen wir genauer hin. Nehmen wir, pars pro toto, den CNN-Star Fareed Zakaria. „59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…“ weiterlesen