Verachtete Völker (II)

R.L. Stevenson über Indianer

Im vorangegangenen Beitrag hatte ich Robert Louis Stevensons Buch Emigrant aus Leidenschaft vorgestellt und eine längere Passage aus dem Kapitel „Verachtete Völker“ zitiert, die vermutlich Anfang der 1880er Jahre verfasst wurde und den Hass weißer Europäer und Amerikaner auf chinesische Menschen beschreibt und kritisiert. In der folgenden Passage spricht Stevenson über das Schicksal der Indianer. „Verachtete Völker (II)“ weiterlesen

Verachtete Völker (I)

R.L. Stevenson über Chinesen

Im Sommer 1876 hatte Robert Louis Stevenson in Frankreich die verheiratete Amerikanerin Fanny Osbourne kennenglernt. Die beiden verliebten sich. Als Fanny zwei Jahre später in die USA zurückkehrte, folgte ihr Stevenson im August 1879 mit dem Ziel, ihre Scheidung zu erwirken und sie zu seiner Frau zu machen. „Verachtete Völker (I)“ weiterlesen

Königreich der Angst

Martha Nussbaums Zeitdiagnose

In der jüngsten Ausgabe des WDR 3-Literaturmagazins Gutenbergs Welt (9. Februar 2019) sprach ich mit Walter van Rossum über Martha Nussbaums neues Buch „Königreich der Angst“, erschienen im Verlag wbg Theiss – hier der Beitrag zum Nachhören.

Demo-crazy

In der letzen Ausgabe des WDR 3-Literaturmagazins Gutenbergs Welt (25. August 2018) sprach ich mit Walter van Rossum über das Buch von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt „Wie Demokratien sterben“ (Deutsche Verlags-Anstalt). Hier der Beitrag zum Nachhören.

Spartacus ante portas!

Die „Wachhunde“ proben den Aufstand

Hunderte US-amerikanische Mainstream-Zeitungen haben sich gestern in Editorials – meist auf der Titelseite – gegen Donald Trumps Angriffe auf die „freie Presse“ verwahrt. Die Initiative ging vom Boston Globe aus. Aber nicht alle machten mit. Die Los Angeles Times etwa wollte mit dieser Art von „Gruppendenken“ nichts zu tun haben. Auch einzelne Journalisten distanzierten sich. Sie warfen ihren Kollegen Heuchelei und Selbstbetrug vor. „Spartacus ante portas!“ weiterlesen

Ein Stich ins Wespennest

US-Medien machen auf blöd

Er hat es schon wieder getan! Doch diesmal hat er nicht bloß Altbekanntes wiederholt. Vielmehr hat er der Sache einen neuen, unerwarteten Dreh gegeben. Man könnte auch sagen: Er hat noch eine Schippe draufgelegt. Was er erntete, war ein Sturm scheinheiliger Entrüstung. Die Rede ist – natürlich – von Donald Trump. „Ein Stich ins Wespennest“ weiterlesen

Kopflos durch die Wand

Demokratiekrise und propagandistischer Amoklauf

Walter Lippmann (1889-1974) war einer der einflussreichsten Publizisten und „public intellectuals“ in den USA des 20. Jahrhunderts. Dieser Tage hat der Westend-Verlag seinen Klassiker „Die öffentliche Meinung“ (1922) neu herausgebracht. Auch wenn unbestritten ist, dass Lippmann einem eher elitären Demokratieverständnis folgte, lautet die Frage: Ist dieses Buch eine zynische, machiavellistische Anleitung zur Massenmanipulation? Oder handelt es sich um eine frühe Mahnung vor den verheerenden Folgen moderner Propagandatechniken? Ich sehe in Walter Lippmann vor allem den besonnenen Aufklärer. Im heutigen politischen Leben der USA wäre er eine randständige, einsame Figur. „Kopflos durch die Wand“ weiterlesen

The Doomsday Machine

Ein neues Buch von Daniel Ellsberg

Dieser Tage ist das Buch The Doomsday Machine – Confessions of a Nuclear War Planner erschienen. Sein Autor, Daniel Ellsberg, gilt als „elder statesman of whistleblowing“. Henry Kissinger bezeichnete ihn einst als „the most dangerous man in America“. 1971 hatte Ellsberg für weltweites Aufsehen gesorgt, als er verschiedenen US-Medien die „Pentagon Papers“ zuspielte. Sie belegten, dass die Regierung ihre eigene Bevölkerung über den Krieg in Vietnam jahrelang belogen und hinters Licht geführt hatte. „The Doomsday Machine“ weiterlesen

Es geht ums Prinzip

Eine Kontroverse bei den NachDenkSeiten

Woran wollen wir uns orientieren? An der Parole „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit“ oder an dem schönen Rosa-Luxemburg-Satz „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“? Und wie halten wir es mit nationalistischen, rechtspopulistischen Strömungen? Wollen wir sie stigmatisieren, ausgrenzen und „bekämpfen“? Oder vielleicht doch das Gespräch mit ihnen suchen? Und wenn ja, wie könnte das konkret aussehen? „Es geht ums Prinzip“ weiterlesen

McCarthy lässt grüßen

RT unter Beschuss – einige Fragen und Antworten

Der global agierende russische Nachrichtenkanal RT steht unter Druck – vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien. „Sie werden versuchen euch auszuschalten“, hatte WikiLeaks-Gründer Julian Assange der Chefredakteurin des Senders einst prophezeit. Behält er am Ende Recht? Hier einige Fragen und Antworten zum „Phänomen RT“. „McCarthy lässt grüßen“ weiterlesen

Empire in decline

Ein Interview mit Chris Hedges

Am 6. Oktober 2017 erschien auf der World Socialist Web Site ein großes Interview von David North mit dem früheren New York Times-Korrespondenten und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges. Heute wurde das Gespräch von der US-amerikanischen Unz Review übernommen (mit einem interessanten Leserforum). Ich will über Hedges‘ Ausführungen nicht viele Worte verlieren, sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung – und seien nachdrücklich zur Lektüre empfohlen. Mehr von Chris Hedges bietet die Seite Truthdig, für die er seit längerem als Kolumnist tätig ist.

UPDATE, 12.10.2017: Das Interview mit Chris Hedges liegt jetzt auch in deutscher Übersetzung vor.

Ein Tabubruch und seine Folgen

Vor zehn Jahren erschien ein Buch über die „Israel-Lobby“

Es war ein Tabubruch, der heftige Reaktionen auslöste: Vor zehn Jahren erschien in den USA das Buch The Israel Lobby and US Foreign Policy (deutsche Übersetzung bei Campus), verfasst von den  Politikwissenschaftlern John Mearsheimer (University of Chicago) und Stephen Walt (Harvard University). Bereits ein Jahr zuvor, 2006, hatten die beiden in der London Review of Books einen umfangreichen Aufsatz zum Thema veröffentlicht. Jetzt, zehn Jahre später, ziehen sie eine vorläufige Bilanz. Welche Wirkung hatten Aufsatz und Buch? Was hat sich zwischenzeitlich geändert? Und wie war das eigentlich damals, als sie sich entschlossen, ihren Stich ins Wespennest zu setzen? „Ein Tabubruch und seine Folgen“ weiterlesen

Trump versus Kennedy

Was Donald Trump vor wenigen Tagen vor der UN-Generalversammlung vom Stapel ließ, macht rat- und fassungslos. Der amtierende US-Präsident droht – vor der UNO! – unverhohlen mit Genozid. Doch niemand dreht ihm das Mikrofon ab. Niemand wirft ihn aus dem Saal. Der Journalist David Swanson hat – fast zeitgleich mit Trumps ungeheuerlichem Auftritt – an die Rede eines anderen US-Präsidenten erinnert: John F. Kennedy sprach 1963, wenige Monate vor seiner Ermordung, an der American University. Swanson sagt, das sei die beste Rede, die man je von einem amerikanischen Präsidenten gehört hat. Damit könnte er Recht haben. Die wichtigsten Passagen kann man hier nachhören.

Vietnam auf ARTE

Einige Hinweise zum Dokumentarfilm von Ken Burns und Lynn Novick

Vergangene Woche zeigte ARTE die mehrteilige (allerdings etwa um die Hälfte gekürzte) Vietnamkriegs-Dokumentation von Ken Burns und  Lynn Novick. Zeitgleich lief die PBS-Produktion in den USA, dort allerdings in voller Länge: 18 Stunden. Angesichts einer solch umfassenden Aufarbeitung des jahrzehntelangen Krieges in Südostasien ist man versucht, mit superlativischen Begriffen wie „monumental“ und „überwältigend“ zu hantieren. Vor der großen Leistung der beiden renommierten Dokumentarfilmer, könnte man meinen, verstummt jede Kritik. Und sieht man sich die bisherigen Reaktionen deutscher Medien an, findet sich dieser Eindruck bestätigt. „Vietnam auf ARTE“ weiterlesen

Leistungsgerecht?

Was Top-Journalisten so alles verdienen

Das „Kanzlerduell“! Sie erinnern sich? Eine Stunde plätscherte das stupide Frage- und Antwortspiel dahin, bis dann doch noch das Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ fiel. Es blieb Sandra Illner – oder war es Maybrit Maischberger? – vorbehalten, den sogenannten Kanzlerkandidaten der SPD wie folgt anzugehen: „Deutschland boomt, es gibt ein Wirtschaftswachstum, das sich gewaschen hat …, und doch sagen Sie, es geht ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft. Leben Sie vielleicht in einem anderen Land, mit anderen Nachbarn?“ „Leistungsgerecht?“ weiterlesen