Es geht ums Prinzip

Eine Kontroverse bei den NachDenkSeiten

Woran wollen wir uns orientieren? An der Parole „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit“ oder an dem schönen Rosa-Luxemburg-Satz „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“? Und wie halten wir es mit nationalistischen, rechtspopulistischen Strömungen? Wollen wir sie stigmatisieren, ausgrenzen und „bekämpfen“? Oder vielleicht doch das Gespräch mit ihnen suchen? Und wenn ja, wie könnte das konkret aussehen? „Es geht ums Prinzip“ weiterlesen

McCarthy lässt grüßen

RT unter Beschuss – einige Fragen und Antworten

Der global agierende russische Nachrichtenkanal RT steht unter Druck – vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien. „Sie werden versuchen euch auszuschalten“, hatte WikiLeaks-Gründer Julian Assange der Chefredakteurin des Senders einst prophezeit. Behält er am Ende Recht? Hier einige Fragen und Antworten zum „Phänomen RT“. „McCarthy lässt grüßen“ weiterlesen

Empire in decline

Ein Interview mit Chris Hedges

Am 6. Oktober 2017 erschien auf der World Socialist Web Site ein großes Interview von David North mit dem früheren New York Times-Korrespondenten und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges. Heute wurde das Gespräch von der US-amerikanischen Unz Review übernommen (mit einem interessanten Leserforum). Ich will über Hedges‘ Ausführungen nicht viele Worte verlieren, sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung – und seien nachdrücklich zur Lektüre empfohlen. Mehr von Chris Hedges bietet die Seite Truthdig, für die er seit längerem als Kolumnist tätig ist.

UPDATE, 12.10.2017: Das Interview mit Chris Hedges liegt jetzt auch in deutscher Übersetzung vor.

Ein Tabubruch und seine Folgen

Vor zehn Jahren erschien ein Buch über die „Israel-Lobby“

Es war ein Tabubruch, der heftige Reaktionen auslöste: Vor zehn Jahren erschien in den USA das Buch The Israel Lobby and US Foreign Policy (deutsche Übersetzung bei Campus), verfasst von den  Politikwissenschaftlern John Mearsheimer (University of Chicago) und Stephen Walt (Harvard University). Bereits ein Jahr zuvor, 2006, hatten die beiden in der London Review of Books einen umfangreichen Aufsatz zum Thema veröffentlicht. Jetzt, zehn Jahre später, ziehen sie eine vorläufige Bilanz. Welche Wirkung hatten Aufsatz und Buch? Was hat sich zwischenzeitlich geändert? Und wie war das eigentlich damals, als sie sich entschlossen, ihren Stich ins Wespennest zu setzen? „Ein Tabubruch und seine Folgen“ weiterlesen

Trump versus Kennedy

Was Donald Trump vor wenigen Tagen vor der UN-Generalversammlung vom Stapel ließ, macht rat- und fassungslos. Der amtierende US-Präsident droht – vor der UNO! – unverhohlen mit Genozid. Doch niemand dreht ihm das Mikrofon ab. Niemand wirft ihn aus dem Saal. Der Journalist David Swanson hat – fast zeitgleich mit Trumps ungeheuerlichem Auftritt – an die Rede eines anderen US-Präsidenten erinnert: John F. Kennedy sprach 1963, wenige Monate vor seiner Ermordung, an der American University. Swanson sagt, das sei die beste Rede, die man je von einem amerikanischen Präsidenten gehört hat. Damit könnte er Recht haben. Die wichtigsten Passagen kann man hier nachhören.

Vietnam auf ARTE

Einige Hinweise zum Dokumentarfilm von Ken Burns und Lynn Novick

Vergangene Woche zeigte ARTE die mehrteilige (allerdings etwa um die Hälfte gekürzte) Vietnamkriegs-Dokumentation von Ken Burns und  Lynn Novick. Zeitgleich lief die PBS-Produktion in den USA, dort allerdings in voller Länge: 18 Stunden. Angesichts einer solch umfassenden Aufarbeitung des jahrzehntelangen Krieges in Südostasien ist man versucht, mit superlativischen Begriffen wie „monumental“ und „überwältigend“ zu hantieren. Vor der großen Leistung der beiden renommierten Dokumentarfilmer, könnte man meinen, verstummt jede Kritik. Und sieht man sich die bisherigen Reaktionen deutscher Medien an, findet sich dieser Eindruck bestätigt. „Vietnam auf ARTE“ weiterlesen

Leistungsgerecht?

Was Top-Journalisten so alles verdienen

Das „Kanzlerduell“! Sie erinnern sich? Eine Stunde plätscherte das stupide Frage- und Antwortspiel dahin, bis dann doch noch das Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ fiel. Es blieb Sandra Illner – oder war es Maybrit Maischberger? – vorbehalten, den sogenannten Kanzlerkandidaten der SPD wie folgt anzugehen: „Deutschland boomt, es gibt ein Wirtschaftswachstum, das sich gewaschen hat …, und doch sagen Sie, es geht ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft. Leben Sie vielleicht in einem anderen Land, mit anderen Nachbarn?“ „Leistungsgerecht?“ weiterlesen

Pflichtlektüre

William Perry über die Gefahr eines Nuklearkriegs

Es dürfte gegenwärtig kaum einen Menschen geben, der mehr Sachkenntnis über Nuklearwaffen und die Gefahren eines Nuklearkrieges besitzt als der frühere US-Verteidigungsminister William J. Perry. Er ist ein „defense intellectual“, ein Mann, der über Jahrzehnte auf beiden Seiten des US-amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes gearbeitet hat: als Wissenschaftler, als Unternehmer, als Politiker. Während der Kuba-Krise gehörte er zu den Beratern von Präsident Kennedy, unter Jimmy Carter trat er ins Verteidigungsministerium ein, in der ersten Amtszeit von Bill Clinton war er Pentagon-Chef. „Pflichtlektüre“ weiterlesen

RussiaGate? – WhateverGate!

Acht Fragen zu Trump & Co. – und acht halbwegs vernünftige Antworten

Halbwegs vernünftige Menschen erwarten, dass auch andere Menschen halbwegs vernünftig sind. Wie unvernünftig!

Über Donald Trump muss man nicht viele Worte verlieren. Er ist nicht einmal halbwegs vernünftig. Das heißt aber nicht, dass seine zahlreichen Gegner, nur weil sie gegen ihn sind, irgendwie vernünftig wären. „RussiaGate? – WhateverGate!“ weiterlesen

Pack schlägt zu

Das gefällt auch dem Deutschen

In den vergangenen Monaten hat es mich immer wieder erstaunt, dass viele kluge Zeitgenossen, unter ihnen professionelle Beobachter, deren Urteil ich sehr schätze, die Präsidentschaft Donald Trumps begrüßt und mit ihr gewisse Hoffnungen verbunden haben. Insbesondere auf dem Feld der Außenpolitik, so ihre Erwartung, werde sich einiges zum Besseren wenden: Verständigung mit Russland, Ende der „Regime Change“-Projekte, weniger Krieg. „Pack schlägt zu“ weiterlesen

Vollhonks und Holzmännchen

Wenn mein Neunjähriger sich daneben benimmt (was mitunter vorkommt), kriegt er maximal drei Ermahnungen. Ist auch die dritte wirkungslos verpufft, bleibt mir keine Wahl: „Schluss jetzt! Es reicht! Ab in Dein  Zimmer! Darfst wiederkommen, wenn Du Dich beruhigst hast!“

Ich will nicht behaupten, dass dieses Verfahren der pädagogischen Weisheit letzter Schluss ist. Aber in der Regel funktioniert es. Nach einer halben Stunde kehrt mein Neunjähriger wie umgewandelt in den Kreis der Familie zurück. Natürlich ist der Friede nicht von Dauer, aber immerhin.

„Vollhonks und Holzmännchen“ weiterlesen

Jahre, die ihr nicht mehr kennt…

Unter diesem Titel stand das WDR 3-Literaturmagazin „Gutenbergs Welt“ am 19. März 2017. Eines der Themen war der „Kalte Krieg“, der sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entfaltete und 1991 mit dem Untergang der Sowjetunion sein Ende fand. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über diese Epoche sowie über das Buch des Historikers Bernd Stöver „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947-1991“ (Verlag C.H. Beck). Hier der Beitrag zum Nachhören – er beginnt mit einem Zitat des US-Präsidenten Harry S. Truman aus dem Jahr 1947.

 

Gimme a break!

Zweierlei E-Mails, eine schrille Verschwörungstheorie und die Frage „Was machen wir mit Trump?“

Hat sich Julian Assange geirrt? Hat er die Offenheit der US-amerikanischen Demokratie unterschätzt? Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl  hatte der WikiLeaks-Gründer in einem Interview prognostiziert, „that Trump would not be permitted to win“. Das hinter Hillary Clinton versammelte Establishment werde einen Sieg des Außenseiters zu verhindern wissen.

Es ist anders gekommen. Vorläufig jedenfalls. „Vorläufig“ deshalb, weil zurzeit ja niemand wissen kann, ob sich Assanges Prophezeiung am Ende nicht doch noch bewahrheitet, mit zeitlicher Verzögerung sozusagen. Wenn selbst eingefleischte Transatlantiker wie Josef Joffe – selbstverständlich rein spaßeshalber – von „Mord im Weißen Haus“ reden, kann man nichts mehr mit Sicherheit ausschließen.

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Dem Täter auf der Spur

Wer ist schuld an der Wahlniederlage Hillary Clintons? Putin und Assange? Oder doch FBI-Direktor James Comey? Sicher ist: Es geht um E-Mails. Aber um welche E-Mails genau? Da ist in den letzten Wochen einiges durcheinandergeraten. Hier eine kleine Erinnerung – in Form einer „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (gesendet am 29. Januar 2017). „Dem Täter auf der Spur“ weiterlesen

America First!

Putins Mann in Washington

Wenn Herr Putin geglaubt hat, er könne in den USA einen Regime Change durch die Hintertür bewerkstelligen und seine Marionette Donald Trump im Weißen Haus installieren, dann hat er sich gründlich geschnitten. Wir dürfen vermuten, dass im Kreml die Sektkorken knallten, als sich am 8. November 2016 der Wahlsieg Donald Trumps abzeichnete. Doch man hat sich offenbar zu früh gefreut. Die amerikanische Demokratie erweist sich als wehrhaft. „America First!“ weiterlesen

Vom Wachhund zum Kampfhund?

Mainstreammedien in der Krise

Jeremy Corbyn hat der britischen Labour Party neues Leben eingehaucht. Seit der Parteilinke im September 2015 per Urwahl überraschend klar zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, erfreut sich die Partei eines ungeahnten und überwältigenden Zustroms neuer Mitglieder. Doch Corbyns innerparteiliche Gegner, die Anhänger des früheren Labour-Chefs Tony Blair, wollen sich mit dem Macht- und Richtungswechsel nicht abfinden. Statt den Willen der Parteibasis zu akzeptieren, lassen die „Blairites“ nichts unversucht, Corbyn das Leben schwer zu machen und ihn zu stürzen.
„Vom Wachhund zum Kampfhund?“ weiterlesen