Petrow & Boschirow

Was sagen eigentlich Sergej & Julia dazu?

Gestern verbreitete das russische Fernsehen ein Interview mit Alexander Petrow und Ruslan Boschirow. Die beiden werden von London beschuldigt, den Anschlag auf Sergej Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Nachdem das Interview die Runde gemacht hatte, sind die Pro- und Contra-Spekulationen kräftig ins Kraut geschossen. Was immer man von den Aussagen der beiden Russen halten mag: Dass sich die Beschuldigten öffentlich zu den Vorwürfen äußern würden, dürfte von London kaum erwartet worden sein. An der Gefechtslage wird es allerdings wenig ändern. „Petrow & Boschirow“ weiterlesen

Die graue Eminenz

Anmerkungen zu Hans Globke (1898-1973)

Auf den Tag genau vor 120 Jahren, am 10. September 1898, erblickte Hans Josef Maria Globke das Licht der Welt. Er wurde zu einer der fragwürdigsten Gestalten in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und stand für deren mitunter frappierende Kontinuität. Während der NS-Zeit verfasste er den maßgeblichen Kommentator zu den Nürnberger Rassengesetzen, nach dem Zweiten Weltkrieg war er viele Jahre Chef des Bundeskanzleramts und die „graue Eminenz“ der Adenauer-Ära. 2009 hatte ich einige Bücher zum Fall Globke für die Süddeutsche Zeitung rezensiert. Hier der Artikel zum Nachlesen. „Die graue Eminenz“ weiterlesen

Demo-crazy

In der letzen Ausgabe des WDR 3-Literaturmagazins Gutenbergs Welt (25. August 2018) sprach ich mit Walter van Rossum über das Buch von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt „Wie Demokratien sterben“ (Deutsche Verlags-Anstalt). Hier der Beitrag zum Nachhören.

Mythos Kanonenbahn

Schienenstrang zu Feind und Freund

Bauprojekte von gigantischen Ausmaßen gibt es nicht erst in unseren Tagen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Preußen-Deutschland eine Eisenbahnlinie, die hierzulande bis heute ihresgleichen sucht. Die legendäre „Kanonenbahn“, wie sie im Volksmund genannt wurde, verband die Hauptstadt Berlin mit der Festungsstadt Metz, die nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 zu Deutschland gehörte. „Mythos Kanonenbahn“ weiterlesen

Spartacus ante portas!

Die „Wachhunde“ proben den Aufstand

Hunderte US-amerikanische Mainstream-Zeitungen haben sich gestern in Editorials – meist auf der Titelseite – gegen Donald Trumps Angriffe auf die „freie Presse“ verwahrt. Die Initiative ging vom Boston Globe aus. Aber nicht alle machten mit. Die Los Angeles Times etwa wollte mit dieser Art von „Gruppendenken“ nichts zu tun haben. Auch einzelne Journalisten distanzierten sich. Sie warfen ihren Kollegen Heuchelei und Selbstbetrug vor. „Spartacus ante portas!“ weiterlesen

Ein Stich ins Wespennest

US-Medien machen auf blöd

Er hat es schon wieder getan! Doch diesmal hat er nicht bloß Altbekanntes wiederholt. Vielmehr hat er der Sache einen neuen, unerwarteten Dreh gegeben. Man könnte auch sagen: Er hat noch eine Schippe draufgelegt. Was er erntete, war ein Sturm scheinheiliger Entrüstung. Die Rede ist – natürlich – von Donald Trump. „Ein Stich ins Wespennest“ weiterlesen

Kopflos durch die Wand

Demokratiekrise und propagandistischer Amoklauf

Walter Lippmann (1889-1974) war einer der einflussreichsten Publizisten und „public intellectuals“ in den USA des 20. Jahrhunderts. Dieser Tage hat der Westend-Verlag seinen Klassiker „Die öffentliche Meinung“ (1922) neu herausgebracht. Auch wenn unbestritten ist, dass Lippmann einem eher elitären Demokratieverständnis folgte, lautet die Frage: Ist dieses Buch eine zynische, machiavellistische Anleitung zur Massenmanipulation? Oder handelt es sich um eine frühe Mahnung vor den verheerenden Folgen moderner Propagandatechniken? Ich sehe in Walter Lippmann vor allem den besonnenen Aufklärer. Im heutigen politischen Leben der USA wäre er eine randständige, einsame Figur. „Kopflos durch die Wand“ weiterlesen

Aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Und auch die Schuldfrage ist geklärt

Mannomann, war das ein Wochenende! Die herrschende Klasse krümmt sich vor Schmerz. Wadenkrämpfe, wohin man schaut. Ausgepowert. Am Ende. Jeder kann es sehen und spüren: Wir leben in vorrevolutionären Zeiten. Den Videobeweis können wir uns sparen. „Aus! Aus! Das Spiel ist aus!“ weiterlesen

Mangelnder Spielwitz

BILD-Stürmer Julian Röpcke braucht dringend eine Auszeit

Erst vor wenigen Tagen habe ich an dieser Stelle den geschätzten „Welt“-Redakteur Richard Herzinger ermahnt, in seinem heroischen und ohne jeden Zweifel berechtigten Kampf gegen das despotische Putin-Regime kühlen Kopf zu bewahren, also taktische Fehler zu vermeiden und nicht übers Ziel hinauszuschießen. „Mangelnder Spielwitz“ weiterlesen

Der Spielverderber

Richard Herzinger allein zu Haus

Was zu erwarten war, ist eingetreten: Die aktuelle Fußball-Euphorie trübt den klaren politischen Blick. Wenn nicht noch etwas Entscheidendes passiert, also irgendein Ereignis den reibungslosen Ablauf der WM-Party stört, müssen wir befürchten, dass Putin am Ende Weltmeister wird. „Der Spielverderber“ weiterlesen

Zur Tagesordnung

Die letzte Ausgabe des WDR 3-Literaturmagazins Gutenbergs Welt (16. Juni 2018) fragte nach den „Meriten der Eliten“. Hier zum Nachhören mein Gespräch mit Moderator Walter van Rossum über Éric Vuillards „Die Tagesordnung“ (übersetzt von Nicola Denis, erschienen bei Matthes & Seitz). Der Beitrag beginnt mit einer kurzen Lesung aus dem Buch. „Zur Tagesordnung“ weiterlesen

Solidarität mit Julian Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange befindet sich in großer Gefahr. Zwar haben seine Verfolger noch nicht gewonnen, sagte John Pilger Ende Mai in einem Statement für das New Yorker „Left Forum“, zwar haben sie diesen Menschen noch nicht zerstört. Aber sie werden gewinnen, wenn wir weiter schweigen, prophezeit er. Noch nie sei Assange so isoliert gewesen wie gegenwärtig. Noch nie sei es dringlicher gewesen, sich mit ihm zu solidarisieren. „Solidarität mit Julian Assange“ weiterlesen

Zwei Interviews, zwei Welten – und ein Nachtrag

Am 8. Juni 2018 hatte ich an dieser Stelle einen kleinen Beitrag zum ORF-Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht. Ich verglich Armin Wolfs Gesprächsführung mit einem kurze Zeit später ausgestrahlten RT-Interview, in dem Oksana Boyko den früheren österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel befragte. „Zwei Interviews, zwei Welten – und ein Nachtrag“ weiterlesen

Zwei Interviews – zwei Welten

Armin Wolf und Oksana Boyko

Das in den letzten Tagen viel diskutierte ORF-Interview mit Wladimir Putin war ein Lehrstück. Der renommierte Wiener Anchorman Armin Wolf zeigte, wie man es nicht machen sollte. Gestern lief auf RT ein spiegelbildliches Interview: Die russische Journalistin Oksana Boyko befragte Österreichs Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel. Auch dieses Interview war ein Lehrstück. Boyko zeigte, wie man es machen sollte. „Zwei Interviews – zwei Welten“ weiterlesen

Wie unabhängig ist SOHR?

Wie unabhängig ist die von westlichen Medien so gern und so oft zitierte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, auch unter dem Kürzel SOHR bekannt? Der britische Journalist Peter Hitchens hat dazu nun eine sehr interessante Information veröffentlicht. „Wie unabhängig ist SOHR?“ weiterlesen

Ina gibt sich einen Ruck

Deutschlands Mainstream-Journalisten lassen sich in zwei Gruppen (A und B) einteilen: Gruppe A hasst Putin, Gruppe B hasst Putin wirklich. Für den normalen Medienkonsumenten sind die beiden Gruppen natürlich nicht unterscheidbar. Nur intime Kenner der Szene sind in der Lage, die Nuancen wahrzunehmen. „Ina gibt sich einen Ruck“ weiterlesen