Es geht (nochmal) ums Prinzip

Vor einigen Tagen veröffentlichte ich einige Anmerkungen zur NachDenkSeiten-Kontroverse über Paul Schreyers Artikel Kontaktschuld oder: Wenn unbequeme Bücher „verschwinden“. Inzwischen habe ich das Thema in Form einer „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (19. November 2017) aufbereitet. Hier der Beitrag zum Nachhören, anmoderiert von Wolfram Wessels. „Es geht (nochmal) ums Prinzip“ weiterlesen

McCarthy lässt grüßen

RT unter Beschuss – einige Fragen und Antworten

Der global agierende russische Nachrichtenkanal RT steht unter Druck – vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien. „Sie werden versuchen euch auszuschalten“, hatte WikiLeaks-Gründer Julian Assange der Chefredakteurin des Senders einst prophezeit. Behält er am Ende Recht? Hier einige Fragen und Antworten zum „Phänomen RT“. „McCarthy lässt grüßen“ weiterlesen

America First!

Putins Mann in Washington

Wenn Herr Putin geglaubt hat, er könne in den USA einen Regime Change durch die Hintertür bewerkstelligen und seine Marionette Donald Trump im Weißen Haus installieren, dann hat er sich gründlich geschnitten. Wir dürfen vermuten, dass im Kreml die Sektkorken knallten, als sich am 8. November 2016 der Wahlsieg Donald Trumps abzeichnete. Doch man hat sich offenbar zu früh gefreut. Die amerikanische Demokratie erweist sich als wehrhaft. „America First!“ weiterlesen

„Wasserkrise“ in Flint

Es war einmal eine amerikanische Großstadt…

Wer in seine Suchmaschine die Wörter „Flint“, „Wasser“, „Michigan“ eingibt, stößt auf einige Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, die mehrheitlich im Januar 2016 erschienen sind. In ihnen wird über das mit Blei verseuchte Trinkwasser in der gut 100.000 Einwohner zählenden Stadt Flint in Michigan/USA berichtet. Flint liegt nicht weit von Detroit, der einstigen Auto-Metropole. Auch Flint war einmal eine Autostadt, geprägt von General Motors. Doch das ist vorbei. GM hat die Stadt verlassen, geblieben sind gravierende Umweltbelastungen, verbunden mit finanziellen und sozialen Problemen. 65 Prozent der Einwohner sind Afroamerikaner oder Latinos, 42 Prozent leben in Armut.

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Alles richtig und wahr…

Philip Pettit: Gerechte Freiheit. Ein moralischer Kompass für eine komplexe Welt. Aus dem Amerikanischen von Karin Wördemann. Suhrkamp, € 29,95.

 

Um zu verdeutlichen, worum es ihm geht, unternimmt Philip Pettit zu Beginn seines Buchs einen Ausflug in die Literatur, zum Schauspiel Nora oder Ein Puppenheim des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen. Die Titelfigur Nora erfreut sich in ihrer Ehe mit Torvald außergewöhnlicher Freiräume, höchst untypisch für eine Frau des 19. Jahrhunderts. Die damaligen Konventionen des Ehelebens hätten Torvald auch ein ganz anderes, repressives Gebaren erlaubt. Doch er liebt seine Frau über alles. Das ist Glück für Nora. Die Frage lautet: Genießt sie, nur weil sie nach eigenem Gusto leben darf, auch echte Freiheit? Philip Pettit antwortet mit einem klaren Nein. Denn wenn es Torvald plötzlich einfiele, seine Frau nicht an der langen, sondern an der kurzen Leine zu halten, hätte sie dagegen keine Handhabe. Sie müsste sich fügen. „Alles richtig und wahr…“ weiterlesen

Kapitalismus ohne Demokratie?

Wissenschaftler sind in der Regel vorsichtig, wenn sie sich in öffentliche Debatten einmischen. Umso mehr muss es aufhorchen lassen, wenn sie entgegen ihrer sonstigen Zurückhaltung dann doch einmal die Tonart wechseln und, wie man heutzutage sagt, Klartext oder Tacheles reden. So jetzt der renommierte Soziologe Wolfgang Streeck. Der Direktor am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung nimmt die aktuelle Finanz- und Fiskalkrise ins Visier.

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Vorbilder gesucht…

Brauchen Demokratien Helden?

Erinnern Sie sich noch an den FAZ-Fragebogen? Allwöchentlich erschien er im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mehr oder weniger prominente Zeitgenossen beantworteten einen umfänglichen Fragenkatalog. Gleich mehrere Fragen galten dem Thema Heldentum. Auch wenn es das alte FAZ-Magazin nicht mehr gibt, der Fragebogen hat überlebt. Nach dem Motto „Erkenne Dich selbst“ nehme ich mir den Katalog alle paar Jahre neu vor und vergleiche die Ergebnisse. Alle meine Antworten haben sich im Laufe der Zeit verändert, nur eine ist gleich geblieben. Auf die Frage nach meinen Lieblingshelden in der Geschichte antworte ich: „Die Bürger von Calais“. „Vorbilder gesucht…“ weiterlesen