Eskalationsgefahr in Syrien?

Was ist in Syrien los? Droht der Krieg weiter zu eskalieren? Werden am Ende die beiden Großen, also die USA und Russland, aneinandergeraten? Oder sind das alles nur „Nadelstiche“ (aus Washington) und „Drohgebärden“ (aus Moskau)? Glaubt man den meisten westlichen Leit- und Qualitätsmedien, dann ist in den vergangenen Tagen und Wochen gar nicht so viel passiert. Die Meinungsführer tendieren zum Abwiegeln, allerdings selten ohne die üblichen und vorsorglichen Schuldzuweisungen – man kann ja nie wissen, was da noch kommen wird. „Eskalationsgefahr in Syrien?“ weiterlesen

Die Kremlins im deutschen Wahlkampf

Was der Russe, also Putin, wirklich vorhat

Experten gehen davon aus, dass sich der Russe, also Putin, in den anstehenden Wahlkampf zum Deutschen Bundestag einmischen wird. Für Kenner der Lage unterliegt es keinem Zweifel, dass wir uns auf einiges von dem gefasst machen müssen, was wir aus anderen, mit uns befreundeten Ländern schon kennen: diverse, unangenehm-peinliche Hacks und Leaks, dazu natürlich ein Trommelfeuer der gerade hierzulande äußerst einflussreichen russischen Massenmedien, allen voran RT Deutsch und Sputniknews. Wir müssen uns auf Propaganda der übelsten Sorte einstellen. Und wir müssen der traurigen Tatsache ins Auge blicken, dass unsere Medien – in Sachen Propaganda gänzlich unerfahren – dem schwerlich etwas entgegensetzen können. Der dreisten Lüge ist mit der schlichten Wahrheit bekanntlich nicht beizukommen. „Die Kremlins im deutschen Wahlkampf“ weiterlesen

Dumm gelaufen

Jeremy Corbyn und die Medien

Am 14. August 2016 hatte ich auf dieser Seite einen Beitrag veröffentlicht, der sich kritisch mit der Berichterstattung britischer Medien über den Vorsitzenden der Labour Party, Jeremy Corbyn, beschäftigte. Der Parteilinke Corbyn war zum Entsetzen der Anhänger des früheren Labour-Chefs Tony Blair im September 2015 per Urwahl und mit eindrucksvoller Mehrheit in sein Amt gewählt worden. Seine politischen Gegner haben sich mit dieser basisdemokratischen Entscheidung nie abgefunden und ihr Möglichstes getan, Corbyn das Leben schwer zu machen und ihn zum Scheitern zu bringen. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von den Mainstream-Medien des Landes, die Corbyn vom ersten Tag an keine Ruhe ließen und alles daran setzen, ihn niederzuschreiben. „Dumm gelaufen“ weiterlesen

Sechs-Tage-Krieg 1967

Ein Themenabend bei ARD-alpha

Es war eine Sternstunde des politischen Fernsehjournalismus. Am 09. Juni 2017 brachte ARD-alpha einen Schwerpunktabend zum 50. Jahrestag des von Israel im Juni 1967 ausgelösten „Sechs-Tage-Krieges“, der mit einem militärischen Triumph über die arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien endete. Welche Ursachen, Hintergründe und vor allem: welche mittel- und längerfristigen Folgen hatte dieser Krieg? Und wie steht es heute? Welche Chancen gibt es für eine Regelung  des israelisch-palästinensischen Konflikts, welche Hindernisse liegen einer friedlichen und gerechten Lösung im Weg? „Sechs-Tage-Krieg 1967“ weiterlesen

RussiaGate? – WhateverGate!

Acht Fragen zu Trump & Co. – und acht halbwegs vernünftige Antworten

Halbwegs vernünftige Menschen erwarten, dass auch andere Menschen halbwegs vernünftig sind. Wie unvernünftig!

Über Donald Trump muss man nicht viele Worte verlieren. Er ist nicht einmal halbwegs vernünftig. Das heißt aber nicht, dass seine zahlreichen Gegner, nur weil sie gegen ihn sind, irgendwie vernünftig wären. „RussiaGate? – WhateverGate!“ weiterlesen

Tabu, Ausgrenzung und Pizzagate

Ein Text von Paul Schreyer

Trotz Pressefreiheit: Viele Leitmedien schützen bestimmte Tabus. Wer nahelegt, wir lebten in einer Oligarchie, wer den Verdacht von Staatsterrorismus äußert oder wer organisierten Kindesmissbrauch auf hoher Ebene thematisiert, der wird immer öfter als „krank“ oder „verwirrt“ ausgegrenzt.

Was ist nur los mit den Medien? Warum können brisante, verunsichernde Themen kaum mehr kontrovers diskutiert werden? Wie kann es sein, dass jeder, der am Funktionieren unserer Demokratie grundlegend zweifelt, gleich selbst zu deren Feind ernannt wird? Weshalb gilt Systemkritik, wie sie lange zur akzeptierten politischen Auseinandersetzung gehörte, neuerdings plötzlich immer als „rechts“? Weiterlesen —>

Klaffende Lücken

Giftgas in Syrien

Zu dem bis heute unaufgeklärten angeblichen oder tatsächlichen Chemiewaffenangriff im syrischen Khan Sheikhoun, Provinz Idlib, schrieb George Monbiot, einer der prominentesten Journalisten Großbritanniens, am 4. April auf Twitter:

„Do those who still insist Syrian govt didn’t drop chemical weapons have any idea how much evidence they are denying?”

Die medienkritische Website Medialens stellt heute die Gegenfrage. „Klaffende Lücken“ weiterlesen

Keine Argumente – nur miese Tricks

Michael Lüders am Pranger

In den vergangenen Tagen habe ich mir immer mal wieder den Amazon-Verkaufsrang von Michael Lüders‘ aktuellem Buch „Die den Sturm ernten“ angeschaut. Im Moment (17. April, 9 Uhr) steht es unter den Top Ten. Auch Lüders‘ Vorgängerbuch „Wer den Wind sät“ (inzwischen in der 23. Auflage!) rangiert nur unwesentlich schlechter.

Eine gute Nachricht, oder? Die Versuche der „Anne Will“-Sendung, den Autor Michael Lüders zu diskreditieren, haben offenbar nicht gefruchtet. Im Gegenteil. „Keine Argumente – nur miese Tricks“ weiterlesen

59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern! Seit Wochen hören und lesen wir, zwischen Donald Trump und „den Medien“ herrsche Krieg. Trump gegen CNN zum Beispiel – oder CNN gegen Trump. Wie Feuer und Wasser, die beiden. Wo soll das noch hinführen, wie lange kann das gut gehen?

Und jetzt? Was ist jetzt? Nach den 59 Tomahawks…

Schauen wir genauer hin. Nehmen wir, pars pro toto, den CNN-Star Fareed Zakaria. „59 Tomahawks – auf ihrem Weg zum Horizont…“ weiterlesen

Pack schlägt zu

Das gefällt auch dem Deutschen

In den vergangenen Monaten hat es mich immer wieder erstaunt, dass viele kluge Zeitgenossen, unter ihnen professionelle Beobachter, deren Urteil ich sehr schätze, die Präsidentschaft Donald Trumps begrüßt und mit ihr gewisse Hoffnungen verbunden haben. Insbesondere auf dem Feld der Außenpolitik, so ihre Erwartung, werde sich einiges zum Besseren wenden: Verständigung mit Russland, Ende der „Regime Change“-Projekte, weniger Krieg. „Pack schlägt zu“ weiterlesen

Vollhonks und Holzmännchen

Wenn mein Neunjähriger sich daneben benimmt (was mitunter vorkommt), kriegt er maximal drei Ermahnungen. Ist auch die dritte wirkungslos verpufft, bleibt mir keine Wahl: „Schluss jetzt! Es reicht! Ab in Dein  Zimmer! Darfst wiederkommen, wenn Du Dich beruhigst hast!“

Ich will nicht behaupten, dass dieses Verfahren der pädagogischen Weisheit letzter Schluss ist. Aber in der Regel funktioniert es. Nach einer halben Stunde kehrt mein Neunjähriger wie umgewandelt in den Kreis der Familie zurück. Natürlich ist der Friede nicht von Dauer, aber immerhin.

„Vollhonks und Holzmännchen“ weiterlesen

Au courant? Au contraire!

Der Medienkrieg tobt. Die Einschläge kommen näher. Immer mehr zivile Opfer.

Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Doch es gibt sie noch, die Friedenszonen, in denen die klugen Köpfe, die Stimmen der Vernunft, die Verantwortungsethiker das Sagen haben. Sie halten das Fähnlein der Aufrechten hoch und füllen die Lücken, die der Krieg hinterlässt. Sie stapeln Sandsäcke gegen die stinkenden Wassermassen. Sie vertrauen unbeirrt auf den zwanglosen Zwang des besseren Arguments.

„Au courant? Au contraire!“ weiterlesen

ANNE WILL: Ist Mossul verloren?

Live aus Berlin. Das Thema bei Anne Will:

Dramatische Zuspitzung – Ist Mossul verloren?

Guten Abend, meine Damen und Herren, herzlich willkommen! Ich freue mich, dass Sie bei uns sind. Willkommen hier in Berlin, zu Hause…

Die Bilder, die wir täglich in unseren Nachrichtensendungen sehen, sind unerträglich. In der nordirakischen Großstadt Mossul bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an. Das militärische Vorgehen irakischer und US-amerikanischer Verbände gegen die IS-Hochburg fordert einen furchtbaren Preis. Immer öfter hören wir von Kriegsverbrechen an Zivilisten. „ANNE WILL: Ist Mossul verloren?“ weiterlesen

Gimme a break!

Zweierlei E-Mails, eine schrille Verschwörungstheorie und die Frage „Was machen wir mit Trump?“

Hat sich Julian Assange geirrt? Hat er die Offenheit der US-amerikanischen Demokratie unterschätzt? Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl  hatte der WikiLeaks-Gründer in einem Interview prognostiziert, „that Trump would not be permitted to win“. Das hinter Hillary Clinton versammelte Establishment werde einen Sieg des Außenseiters zu verhindern wissen.

Es ist anders gekommen. Vorläufig jedenfalls. „Vorläufig“ deshalb, weil zurzeit ja niemand wissen kann, ob sich Assanges Prophezeiung am Ende nicht doch noch bewahrheitet, mit zeitlicher Verzögerung sozusagen. Wenn selbst eingefleischte Transatlantiker wie Josef Joffe – selbstverständlich rein spaßeshalber – von „Mord im Weißen Haus“ reden, kann man nichts mehr mit Sicherheit ausschließen.

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America First!

Putins Mann in Washington

Wenn Herr Putin geglaubt hat, er könne in den USA einen Regime Change durch die Hintertür bewerkstelligen und seine Marionette Donald Trump im Weißen Haus installieren, dann hat er sich gründlich geschnitten. Wir dürfen vermuten, dass im Kreml die Sektkorken knallten, als sich am 8. November 2016 der Wahlsieg Donald Trumps abzeichnete. Doch man hat sich offenbar zu früh gefreut. Die amerikanische Demokratie erweist sich als wehrhaft. „America First!“ weiterlesen

Aleppo

„Ist Aleppo verloren?“, fragte Anne Will vor gut zwei Monaten. Die Sorge um die Menschen im Ostteil der Stadt stand ihr ins Gesicht geschrieben. Seither haben die Dinge unerbittlich ihren Lauf genommen. Und die düsteren Ahnungen der ARD-Gesprächsleiterin sind wahr geworden. Ja, Aleppo ist verloren.

Doch für wen ist Aleppo verloren? Die Antwort liegt auf der Hand: Für uns natürlich. Als vor vier Jahren jene Kräfte, die man im Westen wahlweise als „Aufständische“, „Rebellen“ oder schlicht „Opposition“ bezeichnet, sich des Ostens der Stadt bemächtigten, erschien das vielen als gute Sache. Der angestrebte Regime Change machte Fortschritte, der „Schlächter Assad“ stand unter Druck.

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