Tolstoi-Zitate (V)

Aus Eines ist not. Über die Staatsmacht (1905)

So werden die Menschen aller ihrer natürlichen Rechte beraubt, und der größte Teil ihrer Arbeit wird ihnen genommen, um einem schlechten Werke zu dienen; sie werden unmerklich derart in die überall aufgestellten Fangnetze verstrickt, daß sie ebenso Sklaven der Regierung werden, wie andre Sklaven von Sklavenbesitzern sind, nur mit dem Unterschiede, daß die Sklaven von Sklavenbesitzern Sklaven guter und moralischer Herren sein können, die Regierungssklaven aber oft genug Sklaven der verderbtesten, grausamsten und verlogensten Leute sind.

Und was das Schlimmste ist: als derartige Sklaven der grausamsten und schlimmsten Leute wissen die Regierungssklaven nicht nur nicht, daß sie Sklaven sind, und wünschen sich deshalb gar keine Freiheit, sondern sie bilden sich namentlich in konstitutionellen und republikanischen Staaten sogar ein, sie wären ganz freie Leute, und sind stolz auf ihre Sklaverei.

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