100 Jahre Oktoberrevolution

Zu Stephen Smiths Buch Revolution in Russland

Zum hundertsten Jahrestag der russischen Oktoberrevolution sind zahlreiche Bücher unterschiedlicher Qualität erschienen. In mehrfacher Hinsicht herausragend ist die umfangreiche und akribische Studie des Oxforder Historikers Stephen A. Smith. Das fast zeitgleich in Großbritannien und Deutschland publizierte Buch gehört zum Besten, was je zu diesem Thema geschrieben wurde.
„100 Jahre Oktoberrevolution“ weiterlesen

Aufstand der Ruinenkinder?

Heinz Bude über die 68er-Bewegung

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt blickte am 4. Februar 2017 auf die 68er-Bewegung zurück. Hier zum Nachhören mein Gespräch mit Moderator Walter van Rossum über das Buch des Soziologen Heinz Bude Adorno für Ruinenkinder: Eine Geschichte von 1968 (Hanser Verlag). „Aufstand der Ruinenkinder?“ weiterlesen

Lügen lesen

Über einen Essay von Bettina Stangneth

Die Philosophin Bettina Stangneth hat mit ihrer Studie über den NS-Verbrecher Adolf Eichmann sowie dem nachfolgenden Essay über „Böses Denken“ große Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden. In ihrem neuen Buch bleibt sie ihrem Thema treu: Sie beschäftigt sich mit dem Phänomen der Lüge, jener eigentümlichen Kommunikationsform, die wir zwar missbilligen, wenn wir von ihr betroffen sind, der wir uns aber selbst immer wieder wie selbstverständlich bedienen. „Lügen lesen“ weiterlesen

Wenn das Volk sich erhebt

Im WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt ging es am 14. Januar 2018 um das Thema „Revolution“. Hier zum Nachhören mein Gespräch mit Moderator Walter van Rossum über Gero von Randows Buch Wenn das Volk sich erhebt: Schönheit und Schrecken der Revolution (Kiepenheuer & Witsch).

The Doomsday Machine

Ein neues Buch von Daniel Ellsberg

Dieser Tage ist das Buch The Doomsday Machine – Confessions of a Nuclear War Planner erschienen. Sein Autor, Daniel Ellsberg, gilt als „elder statesman of whistleblowing“. Henry Kissinger bezeichnete ihn einst als „the most dangerous man in America“. 1971 hatte Ellsberg für weltweites Aufsehen gesorgt, als er verschiedenen US-Medien die „Pentagon Papers“ zuspielte. Sie belegten, dass die Regierung ihre eigene Bevölkerung über den Krieg in Vietnam jahrelang belogen und hinters Licht geführt hatte. „The Doomsday Machine“ weiterlesen

Am Pranger

Ute Frevert über die „Politik der Demütigung“

Ob im Militär, in der Kindererziehung, im Strafrecht oder in der Politik – Demütigung und Beschämung haben im Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft oder zwischen rivalisierenden gesellschaftlichen Gruppen einen festen Platz. Die Demütigung, sagt die Historikerin Ute Frevert, ist immer eine „Inszenierung von Macht“. In ihrem neuen Buch mit dem Titel „Die Politik der Demütigung“ lässt sie die vergangen 250 Jahre Revue passieren. Frevert erzählt eine Geschichte, die zivilisatorische Fortschritte, aber auch neue Gefahren sichtbar macht. „Am Pranger“ weiterlesen

Der patagonische Hase

Erinnerungen von (und an) Claude Lanzmann

Heute wird der Dokumentarfilmer Claude Lanzmann („Shoah“) 92. Kein runder Geburtstag. Aber was ist an Lanzmann schon rund? Oder stromlinienförmig? Man kann sich dem großen Regisseur über seine Filme nähern – oder über seine Lebenserinnerungen, die er 2009 in Frankreich veröffentlichte und die ein Jahr später in deutscher Übersetzung erschienen. Eine (nach wie vor) lohnende Lektüre. „Der patagonische Hase“ weiterlesen

Am Anfang war Gewalt

Mark Jones über die Geburt der Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg kommt es in Deutschland zum politischen Umbruch: Novemberrevolution, verfassunggebende Versammlung, freie Wahlen. Aus dem Kaiserreich wird die demokratische „Weimarer Republik“. Diesem verbreiteten Bild eines weitgehend friedlichen Übergangs setzt der 1981 geborene Historiker Mark Jones eine ganz andere Erzählung entgegen. In seinem Buch Am Anfang war Gewalt beschreibt er die heftigen militanten Auseinandersetzungen in der Geburtsphase der Weimarer Republik. „Am Anfang war Gewalt“ weiterlesen

Unglaublich! Aber wahr?

Tim und Jennifer erklären die Welt

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt stand am 22. Oktober 2017 unter dem Titel Die Medien und die Macht. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über ein Werk von Tim Schreder und Jennifer Sieglar: „Ich versteh die Welt nicht mehr. Die wichtigsten Nachrichten verständlich erklärt“ (erschienen bei Piper). Das hat uns beiden Spaß gemacht, wie man oben nachhören kann.

Ach Europa!

Die WDR 3-Literatursendung Gutenbergs Welt stand am 17. September 2017 unter dem Titel „Die unvereinbaren Staaten von Europa“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Für ein anderes Europa“ von Thomas Piketty u.a. (erschienen bei C.H. Beck). Hier der Beitrag zum Nachhören.

Welche Zukunft?

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt beschäftigte sich am 11. Juni 2017 mit dem Thema „Zukunft“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Die Zukunft erfinden: Postkapitalismus und eine Welt ohne Arbeit“ von Nick Srnicek und Alex Williams (übersetzt von Thomas Atzert, erschienen in der Edition Tiamat). Hier der Beitrag zum Nachhören; er beginnt mit einem Ausschnitt aus Roger Willemsens Zukunftsrede „Wer wir waren“ (gelesen von Christian Brückner).

Wahrheitspresse

Patrick Cockburns Reportagen aus dem Nahen und Mittleren Osten

Jeder weiß – oder sollte wissen: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Nicht nur die Militärmaschinerien laufen auf Hochtouren, auch die Propagandaapparate tun es. Und nicht nur die jeweiligen Kriegsparteien verbiegen nach Kräften die Wirklichkeit, auch die Medien sind mit von der Partie, mal mehr, mal weniger. „Wahrheitspresse“ weiterlesen

Tagesschau

Ein neues Buch über die umstrittene ARD-Informationssendung

Es ist schon zwei, drei Jahre her. Mit einem guten alten Freund verabredete ich mich per Email auf ein längeres abendliches Telefonat. „Ist Viertel nach acht okay“, fragte er, „ich ruf Dich an!“ „Ja, prima, ich freu mich!“ Zur vereinbarten Stunde saß ich bereit. Doch das Telefon stand still. Die Zeit verging. Hatte er mich vergessen? War ihm etwas dazwischen gekommen? Sollte ich einfach die Initiative ergreifen und mich melden? „Tagesschau“ weiterlesen

Die fehlenden Teile der Geschichte

Zu Michael Lüders‘ Syrien-Buch

In der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ habe ich am 30. April 2017 Michael Lüders‘ „umstrittenes“ Syrien-Buch Die den Sturm ernten besprochen. Hier der Beitrag zum Nachhören und -lesen. Das Audio beginnt mit einem O-Ton von Michael Lüders, es folgt die Anmoderation Walter van Rossums, dann die Besprechung. „Die fehlenden Teile der Geschichte“ weiterlesen

Barfuß durch die Hölle

Im Dezember vergangenen Jahres wurde ein von vielen Filmfreunden schon verloren geglaubter Schatz gehoben. Die legendäre japanische Fernsehserie „Barfuß durch die Hölle“ erschien auf DVD – endlich! Sie war 1962 produziert und 1967 vom ZDF in einer zwar gekürzten, aber immer noch fast 600 Minuten langen, siebenteiligen Fassung ausgestrahlt worden. „Barfuß durch die Hölle“ weiterlesen

Jahre, die ihr nicht mehr kennt…

Unter diesem Titel stand das WDR 3-Literaturmagazin „Gutenbergs Welt“ am 19. März 2017. Eines der Themen war der „Kalte Krieg“, der sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entfaltete und 1991 mit dem Untergang der Sowjetunion sein Ende fand. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über diese Epoche sowie über das Buch des Historikers Bernd Stöver „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947-1991“ (Verlag C.H. Beck). Hier der Beitrag zum Nachhören – er beginnt mit einem Zitat des US-Präsidenten Harry S. Truman aus dem Jahr 1947.