Ach Europa!

Die WDR 3-Literatursendung Gutenbergs Welt stand am 17. September 2017 unter dem Titel „Die unvereinbaren Staaten von Europa“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Für ein anderes Europa“ von Thomas Piketty u.a. (erschienen bei C.H. Beck). Hier der Beitrag zum Nachhören.

Welche Zukunft?

Das WDR 3-Literaturmagazin Gutenbergs Welt beschäftigte sich am 11. Juni 2017 mit dem Thema „Zukunft“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über das Buch „Die Zukunft erfinden: Postkapitalismus und eine Welt ohne Arbeit“ von Nick Srnicek und Alex Williams (übersetzt von Thomas Atzert, erschienen in der Edition Tiamat). Hier der Beitrag zum Nachhören; er beginnt mit einem Ausschnitt aus Roger Willemsens Zukunftsrede „Wer wir waren“ (gelesen von Christian Brückner).

Wahrheitspresse

Patrick Cockburns Reportagen aus dem Nahen und Mittleren Osten

Jeder weiß – oder sollte wissen: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Nicht nur die Militärmaschinerien laufen auf Hochtouren, auch die Propagandaapparate tun es. Und nicht nur die jeweiligen Kriegsparteien verbiegen nach Kräften die Wirklichkeit, auch die Medien sind mit von der Partie, mal mehr, mal weniger. „Wahrheitspresse“ weiterlesen

Tagesschau

Ein neues Buch über die umstrittene ARD-Informationssendung

Es ist schon zwei, drei Jahre her. Mit einem guten alten Freund verabredete ich mich per Email auf ein längeres abendliches Telefonat. „Ist Viertel nach acht okay“, fragte er, „ich ruf Dich an!“ „Ja, prima, ich freu mich!“ Zur vereinbarten Stunde saß ich bereit. Doch das Telefon stand still. Die Zeit verging. Hatte er mich vergessen? War ihm etwas dazwischen gekommen? Sollte ich einfach die Initiative ergreifen und mich melden? „Tagesschau“ weiterlesen

Die fehlenden Teile der Geschichte

Zu Michael Lüders‘ Syrien-Buch

In der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ habe ich am 30. April 2017 Michael Lüders‘ „umstrittenes“ Syrien-Buch Die den Sturm ernten besprochen. Hier der Beitrag zum Nachhören und -lesen. Das Audio beginnt mit einem O-Ton von Michael Lüders, es folgt die Anmoderation Walter van Rossums, dann die Besprechung. „Die fehlenden Teile der Geschichte“ weiterlesen

Barfuß durch die Hölle

Im Dezember vergangenen Jahres wurde ein von vielen Filmfreunden schon verloren geglaubter Schatz gehoben. Die legendäre japanische Fernsehserie „Barfuß durch die Hölle“ erschien auf DVD – endlich! Sie war 1962 produziert und 1967 vom ZDF in einer zwar gekürzten, aber immer noch fast 600 Minuten langen, siebenteiligen Fassung ausgestrahlt worden. „Barfuß durch die Hölle“ weiterlesen

Jahre, die ihr nicht mehr kennt…

Unter diesem Titel stand das WDR 3-Literaturmagazin „Gutenbergs Welt“ am 19. März 2017. Eines der Themen war der „Kalte Krieg“, der sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entfaltete und 1991 mit dem Untergang der Sowjetunion sein Ende fand. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über diese Epoche sowie über das Buch des Historikers Bernd Stöver „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947-1991“ (Verlag C.H. Beck). Hier der Beitrag zum Nachhören – er beginnt mit einem Zitat des US-Präsidenten Harry S. Truman aus dem Jahr 1947.

 

Ein Verbündeter des Westens

Sebastian Sons über Saudi-Arabien

Saudi-Arabien spielt eine Schlüsselrolle in den Kriegen und Konflikten des Nahen und Mittleren Ostens. Obwohl seine inneren Verhältnisse äußerst repressiv sind und seine Außenpolitik aggressiv, wird das Land vom Westen hofiert wie kein anderes in der Region. Sebastian Sons, Mitarbeiter der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“, hat Ende 2016 ein Buchportrait Saudi-Arabiens vorgelegt. Es trägt den Titel „Auf Sand gebaut“. „Ein Verbündeter des Westens“ weiterlesen

Plädoyer für eine Kurskorrektur

Guy Standings Charta des Prekariats

Immer mehr Menschen fallen durch die Maschen sozialer Sicherung. Ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse sind prekär. Der britische Wirtschaftswissenschaftler Guy Standing versteht sich als Anwalt dieser Menschen. Er sagt, dass die Unterprivilegierten inzwischen eine neue soziale Klasse bilden. Und er ist überzeugt: Sie werden sich organisieren und aufbegehren. In seinem neuen Buch fasst Standing seine Theorie des Prekariats zusammen und entwickelt ein konkretes Aktionsprogramm.
„Plädoyer für eine Kurskorrektur“ weiterlesen

Wohin die Erinnerung führt

Saul Friedländer über sein Leben nach 1945

Der 1932 in Prag geborene Saul Friedländer gehört zu den bedeutendsten Historikern der Shoa. Im Zentrum seiner jahrzehntelangen Forschungen steht sein zweibändiges opus magnum „Das Dritte Reich und die Juden“. Der aus einer deutschsprachigen jüdischen Familie stammende Friedländer zählt selbst zu den Opfern der Verfolgung. Unter schwierigsten Umständen hat er im besetzten Frankreich überlebt, seine Eltern wurden ermordet, vermutlich in Auschwitz. Über die Jahre seiner Kindheit und frühen Jugend hatte er 1979 eine autobiografische Schrift publiziert: „Wenn die Erinnerung kommt“. Jetzt ist bei C.H. Beck die Fortsetzung seiner Memoiren erschienen, in denen Friedländer von seinem Leben seit Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt.

„Wohin die Erinnerung führt“ weiterlesen

Die Affäre Schiwago

Der Kalte Krieg war immer auch ein Propaganda-Krieg, ein Krieg um die Köpfe der Menschen in Ost und West. Auch die Literatur spielte in dieser Auseinandersetzung eine wichtige Rolle. Doktor Schiwago, der große Roman des russischen Autors Boris Pasternak, ist sicherlich das bekannteste Beispiel. Peter Finn und Petra Couvée haben jetzt eine umfassende Darstellung der „Affäre Schiwago“ vorgelegt. „Die Affäre Schiwago“ weiterlesen

Eine wirkungsvolle Geste

Kleine Geschichte des Stinkefingers

Man kann andere mit Worten beleidigen – oder mit Gesten. Für Furore sorgt immer wieder der sogenannte Stinkefinger. Obwohl (oder weil?) ausgesprochen vulgär und obszön, erfreut er sich großer Beliebtheit. Selbst angesehene Politiker schrecken nicht vor ihm zurück, man denke an Varoufakis oder Steinbrück. Jetzt hat sich der Kulturhistoriker Reinhard Krüger des Themas angenommen und lädt ein zu einem mit vielen einschlägigen Bildern garnierten Streifzug durch die „Geschichte einer wirkungsvollen Geste“. „Eine wirkungsvolle Geste“ weiterlesen

Dunkle Verhältnisse

Die WDR 3-Literatursendung Gutenbergs Welt am 05. Juni 2016 beschäftigte sich mit „dunklen Verhältnissen“. Mit Moderator Walter van Rossum sprach ich über die Panama Papers im Allgemeinen und das gleichnamige Buch von Bastian Obermayer / Frederik Obermaier im Besonderen (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch). Weitere Themen der Sendung: das neue Buch von Paul Schreyer Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung (Westend Verlag) und Hans-Ulrich Treichels Erzählung Tagesanbruch (Suhrkamp). „Dunkle Verhältnisse“ weiterlesen

Die Belasteten

Götz Aly über die NS-„Euthanasie“

In der NS-Zeit galten psychisch Kranke und Behinderte als „nutzlose Esser“, als „Ballastexistenzen“, als „lebensunwertes Leben“. Mit ihnen kannte das Regime keine Gnade. Seit Anfang 1934 wurden 400 000 Menschen zwangssterilisiert. Gegen Ende der 1930er Jahre setzten dann die systematischen Kranken- und Behindertenmorde ein. Betrachtet man nicht allein das deutsche Kernreich, sondern auch die im Krieg besetzten Gebiete, dann fielen diesen Morden insgesamt bis zu 300 000 Menschen zum Opfer, darunter weit über Zehntausend Kinder.

„Die Belasteten“ weiterlesen

„Krieg der Medien“

Unter diesem Titel beschäftigte sich die WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ am 17.04.2016 mit neuen Büchern zur aktuellen Mediendebatte. U.a. sprach Moderator Walter van Rossum mit Uwe Krüger über dessen Buch „Mainstream“. Ich habe Julia Cagés „Rettet die Medien“ rezensiert. „„Krieg der Medien““ weiterlesen

Hugo Ball und Michael Bakunin

Hugo Ball: Michael Bakunin. Ein Brevier. Herausgegeben von Hans Burkhard Schlichting unter Mitarbeit von Gisela Erbslöh. Wallstein Verlag 2010, 580 S. (= Sämtliche Werke und Briefe, Band 4), € 39.-

1927 veröffentlicht Hugo Ball ein autobiografisches Werk, eine Art Tagebuch mit dem Titel Die Flucht aus der Zeit. Darin notiert er unter dem Datum des 15. Juni 1915:

„Ich habe mich genau geprüft. Niemals würde ich das Chaos willkommen heißen, Bomben werfen, Brücken sprengen und die Begriffe abschaffen mögen. Ich bin kein Anarchist.“

Die Flucht aus der Zeit ist bekanntlich kein authentisches Tagebuch; Ball überliefert seine Eintragungen vielmehr in bearbeiteter, stilisierter Form. Und die Frage stellt sich: Ist es „Hugo Ball und Michael Bakunin“ weiterlesen