Vorsicht, Realität! (mit Update)

Wer die Wahrheit auch nur andeutet, wird unter Feuer genommen

So schnell kann’s gehen. Da stellt jemand ein paar naheliegende Fragen, meldet milden Zweifel an, zeigt verhaltene Skepsis, formuliert obendrein den Satz „irgendwie scheint da was dran zu sein“ – und schon wird aus einem „Uli“ ein „Hans-Ulrich“, aus einem weithin respektierten und geschätzten ZDF-Korrespondenten ein „Verschwörungstheoretiker“. Ja, Uli Gack, Leiter des ZDF-Studios Kairo, macht dieser Tage Erfahrungen der besonderen Art. „Vorsicht, Realität! (mit Update)“ weiterlesen

Nicht in unserem Namen!

Ein fulminantes Interview mit Antje Vollmer

Im Dezember 2014 – vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts – hatte die Grünen-Politikerin und langjährige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Antje Vollmer, einen Aufruf mitinitiiert, den mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien unterzeichneten: „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ „Nicht in unserem Namen!“ weiterlesen

Quod erat demonstrandum

Wer den heute von mir verlinkten „Rubikon“-Beitrag von Stefan Korinth gelesen hat und immer noch nicht ganz von der fragwürdigen Berufsauffassung der Moskauer ARD-Korrespondenten Lielischkies und Atai überzeugt ist,  dem stehen nun schwere Stunden bevor. Denn: Auf den „Rubikon“-Beitrag antwortete Lielischkies via Twitter Folgendes: „Quod erat demonstrandum“ weiterlesen

Propaganda statt Journalismus

Twitter bringt’s an den Tag

Von Stefan Korinth

In einer Diskussion beim Kurznachrichten-Medium Twitter zwischen Rubikon-Autor Paul Schreyer, Maidanforscher Ivan Katchanovski und mehreren ARD-Journalisten offenbaren die öffentlich-rechtlichen Korrespondenten eine äußerst fragwürdige Berufseinstellung.
„Propaganda statt Journalismus“ weiterlesen

Noch in der 3sat-Mediathek…

Christof Franzens „Mein anderes Russland“

Mit Superlativen soll man vorsichtig sein, aber in diesem Fall sind sie angebracht. Am 26. und 28. Februar 2018 zeigte 3sat zur besten Sendezeit die Filmreihe Mein anderes Russland. Sternstunden des Fernsehjournalismus! Zu verdanken haben wir sie Christof Franzen. Der langjährige Russland-Korrespondent des Schweizer Fernsehens SRF, der bald seinen Platz in Moskau räumen und in die Schweiz zurückkehren wird, liefert in dem Vierteiler seine sehr private, in jeder Hinsicht sehens- und hörenswerte „Abschiedsvorstellung“. „Noch in der 3sat-Mediathek…“ weiterlesen

Medienkritik damals

Kierkegaard – Kraus – Kautsky

Vor einiger Zeit zitierte und kommentierte ich an dieser Stelle unter dem Titel Lügenpresse 1863 Auszüge einer Rede Ferdinand Lassalles. Darin ging der Gründervater der deutschen Sozialdemokratie mit der Presse seiner Zeit hart ins Gericht. Das hat vielen Leserinnen und Lesern gefallen. Weil es so schön war, will ich heute weitere Beispiele „historischer Medienkritik“ zum Besten geben. „Medienkritik damals“ weiterlesen

Zweierlei Maßlosigkeit

Ken Jebsen, Tom Friedman und der Zwiebelbauch

Man muss sich die journalistische Zunft wie eine Zwiebel vorstellen. Ein dicker Bauch in der Mitte, Spitzen oben und unten. Im dicken Bauch tummelt sich die große journalistische Masse. Sie unterscheidet sich nur unwesentlich von anderen Massen. Da gibt es Gerechte und Ungerechte, Gute und Schlechte, Talentierte und Stümper. „Zweierlei Maßlosigkeit“ weiterlesen

Sorge um Robert Parry

Gestern meldete sich der große US-amerikanische Journalist Robert Parry in eigener Sache. Auf seinem Informationsportal Consortiumnews teilte er mit, dass er an Weihnachten einen Schlaganfall erlitten hat. Seither ist seine Sehfähigkeit eingeschränkt. Lesen und Schreiben sind für ihn beschwerlich. Alles wird länger dauern. Und aus Rücksicht auf seine Gesundheit wird Parry, für den bislang jeder Tag ein Arbeitstag war, in Zukunft kürzer treten müssen. „Sorge um Robert Parry“ weiterlesen

Santa Claus

Michael Meyen zerpflückt Claus Kleber

In einer köstlichen Rezension hat sich der Münchner Professor für Kommunikationswissenschaft Michael Meyen mit Claus Klebers Büchlein „Rettet die Wahrheit“ (Ullstein 2017) befasst:

Claus Kleber ist nicht Ulrich Wickert und schon gar nicht Hanns Joachim Friedrichs. Okay: Die beiden Alten waren weg vom Bildschirm, als sie ihre Idee vom guten Journalismus aufgeschrieben haben. Vielleicht liegt aber gerade da das Problem. Claus Kleber ist weiter auf Sendung. Und er hat nichts verstanden.

„Santa Claus“ weiterlesen

Eine notwendige Debatte (samt Update)

Paul Schreyer und die NachDenkSeiten

In den vergangenen Wochen hatte ich an dieser Stelle in zwei Beiträgen die Kontroverse zwischen der Redaktion der NachDenkSeiten (NDS) und ihrem Mitarbeiter Paul Schreyer kommentiert – hier und hier. Es handelt sich aus meiner Sicht um eine notwendige Debatte, und mit meinen Veröffentlichungen wollte ich (wie einige andere Autoren und NDS-Leser auch) dazu beitragen, sie in eine konstruktive Richtung zu lenken. Das ist leider misslungen. Gestern haben die NDS ihre mehrjährige Zusammenarbeit mit Paul Schreyer beendet. „Eine notwendige Debatte (samt Update)“ weiterlesen

Lügenpresse 1863

Ferdinand Lassalle als Medienkritiker

Im Folgenden dokumentiere und erläutere ich Auszüge einer Rede, die Ferdinand Lassalle im September 1863 vor Tausenden von Zuhörern in Barmen, Solingen und Düsseldorf gehalten hat. Die Rede erschien auch als Broschüre, wurde aber sogleich konfisziert. Zudem machte man Lassalle wegen Verstoßes gegen die §§ 100 und 101 des preußischen Strafgesetzbuches (die beiden Hass- und Verachtungsparagraphen) den Prozess. Im Frühjahr 1864 verurteilte ihn das Düsseldorfer Landgericht zu einem Jahr Gefängnis. In der Berufungsverhandlung wurde die Strafe auf ein halbes Jahr herabgesetzt. Wenige Tage nach dem Prozess ging Lassalle in die Schweiz, wo er zwei Monate später an den Folgen eines Duells verstarb. „Lügenpresse 1863“ weiterlesen

Lügenpresse light?

Bernhard Pörksen und das „System-Vertrauen“

Der mediale Mainstream, aufgeschreckt durch „Lügenpresse“-Vorwürfe, inszeniert sich seit einiger Zeit als Hüter und Retter der Wahrheit. Er tritt „Fake News“-Kampagnen gegen unliebsame Konkurrenten los und betreibt angebliche „Faktenchecks“ – ein Kampf um Deutungshoheit. In den USA, die uns immer ein wenig voraus sind, tobt der Streit noch um einiges heftiger. Bislang ist unklar, wohin genau die Reise gehen wird. Aber schon jetzt kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, wohin sie nicht gehen wird: nicht in eine offenere Gesellschaft, nicht hin zu mehr Liberalität. „Lügenpresse light?“ weiterlesen

Die neue Inquisition

Von Paul Schreyer

Es gibt Journalisten, die bemerkt man kaum, da ihre Beiträge in Inhalt und Form weitgehend im großen Fluss des Mainstreams aufgehen. Man könnte sie als „Dienstleister“ bezeichnen, als politischer Kompass dienen ihnen die Ansichten des jeweiligen Auftraggebers. Andere Kollegen hingegen verursachen Unruhe und Widerspruch mit ihren Recherchen. Sie fragen nach, decken auf und erhalten am Ende, wenn es gut geht, einen angesehenen Journalistenpreis für ihre Arbeit. In der Branche werden sie hoch geschätzt. Dennoch (oder vielleicht deswegen?) würden sie nie auf die Idee kommen, die herrschenden Ansichten zu bestimmten grundlegenden Themen zu hinterfragen, etwa zu 9/11, der Geopolitik der NATO oder dem Geldsystem. Sie sind zwar kritisch, im Zweifel aber staatstragend. „Die neue Inquisition“ weiterlesen