Eine Zensur findet statt

Paul Schreyer über Marcus Klöckners Buch „Sabotierte Wirklichkeit“

Zum Thema Medienkritik, so scheint es, ist mittlerweile alles gesagt. Zahllose Artikel und Analysen wurden verfasst, mehrere Bücher geschrieben – angefangen von Ulrich Teuschs „Lückenpresse“ über Uwe Krügers „Mainstream“ bis hin zum aktuellen Bestseller „Tausend Zeilen Lüge“ des Spiegel-Autors Juan Moreno, der den Relotius-Skandal enthüllte. Jeder, der daran interessiert ist, kennt inzwischen die Zusammenhänge und die Hintergründe. Oder doch nicht? „Eine Zensur findet statt“ weiterlesen

Nils Melzer, Julian Assange und die Medien

Heute brachte die deutsche Ausgabe der World Socialist Web Site einen Beitrag über Nils Melzer, den UN-Sonderberichterstatter für Folter. Melzer engagiert sich vehement für den derzeit berühmtesten politischen Gefangenen: Julian Assange. Doch die westlichen Leit- und Qualitätsmedien, anfänglich noch interessiert, wollen inzwischen vom weltweit führenden Rechtsexperten für Folter nichts mehr wissen. „Nils Melzer, Julian Assange und die Medien“ weiterlesen

Lügenpresse 1863

Ferdinand Lassalle als Medienkritiker

Im Folgenden dokumentiere und erläutere ich Auszüge einer Rede, die Ferdinand Lassalle im September 1863 vor Tausenden von Zuhörern in Barmen, Solingen und Düsseldorf gehalten hat. Die Rede erschien auch als Broschüre, wurde aber sogleich konfisziert. Zudem machte man Lassalle wegen Verstoßes gegen die §§ 100 und 101 des preußischen Strafgesetzbuches (die beiden Hass- und Verachtungsparagraphen) den Prozess. Im Frühjahr 1864 verurteilte ihn das Düsseldorfer Landgericht zu einem Jahr Gefängnis. In der Berufungsverhandlung wurde die Strafe auf ein halbes Jahr herabgesetzt. Wenige Tage nach dem Prozess ging Lassalle in die Schweiz, wo er zwei Monate später an den Folgen eines Duells verstarb. „Lügenpresse 1863“ weiterlesen

Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien

Im Juli 2017 veröffentlichte die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung eine große Studie des Medienforschers Michael Haller. Titel: Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien. Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information. Was und wie haben die Betroffenen, also die Medien, über diese Untersuchung berichtet? Hier – zum Nachhören – meine „Nachrichtenkritik“ für das SWR 2-Magazin Mehrspur (13. August 2017).

 

Zahlen zählen…

18. September 2016: Duma-Wahlen in Russland, Abgeordnetenhauswahlen in Berlin, dazu Demonstrationen gegen TTIP und CETA in  deutschen Großstädten. Da liefen in den Nachrichtenredaktionen jede Menge Zahlen auf. Nicht leicht, den Überblick zu behalten.  Einige haben ganz schön draufgezahlt. Hier zum Nachhören meine Nachrichtenkritik für das SWR 2-Magazin „Mehrspur“ (gesendet am 02.10.2016).

Vom Wachhund zum Kampfhund?

Mainstreammedien in der Krise

Jeremy Corbyn hat der britischen Labour Party neues Leben eingehaucht. Seit der Parteilinke im September 2015 per Urwahl überraschend klar zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, erfreut sich die Partei eines ungeahnten und überwältigenden Zustroms neuer Mitglieder. Doch Corbyns innerparteiliche Gegner, die Anhänger des früheren Labour-Chefs Tony Blair, wollen sich mit dem Macht- und Richtungswechsel nicht abfinden. Statt den Willen der Parteibasis zu akzeptieren, lassen die „Blairites“ nichts unversucht, Corbyn das Leben schwer zu machen und ihn zu stürzen.
„Vom Wachhund zum Kampfhund?“ weiterlesen

Medienkritiker unter sich

Die „etablierten Medien“ stecken in der Krise. Als wäre der Kampf vieler Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkanstalten um Werbekunden, um Quoten, Auflagen und Online-Klicks, nicht schon strapaziös genug, machen nun auch noch martialische Vorwürfe die Runde. Da ist pauschal von „Lügenpresse“ und „Systemmedien“ die Rede. „Medienkritiker unter sich“ weiterlesen

Wenn der Iwan kommt…

Hannes Hofbauers Buch über das „Feindbild Russland“

Als kleiner Steppke spielte ich gerne Mäuschen, wenn ein paar ältere Männer aus unserem kleinen Eifeldorf die Köpfe zusammensteckten, um die großen politischen Fragen der Zeit zu verhandeln. Das war in den 1960er Jahren, im Kalten Krieg. Die weltpolitischen Zeichen standen zwar schon ein wenig auf Entspannung, aber das hatten besagte Männer, allesamt Weltkriegsteilnehmer, noch nicht mitbekommen. Und so politisierten sie munter drauf los. „Politisierende Eckensteher“ nannte der Dichter Adolf Glaßbrenner solche Leute.

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