Technik und Krise | Teil 2

Die Apologeten des „Great Reset“ setzen auf modernste Technik, um die existenzielle Krise des globalen Kapitalismus zu überwinden. Doch dieses Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt, denn es basiert auf einem naiven, unterkomplexen Technikbegriff. Der vorliegende Beitrag entwickelt ein alternatives Verständnis moderner Technik und erläutert, warum diese nicht als Rettungsanker taugt, sondern eher als Brandbeschleuniger wirkt. Im Zentrum der Argumentation steht das Konzept eines global ausgreifenden technischen Systems.

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Technik und Krise | Teil 1

Man hat dem Kommunismus und anderen politischen Großideologien vorgeworfen, sie hätten ihre Bevölkerungen in Geiselhaft genommen und in gigantische, opferreiche und am Ende gescheiterte Sozialexperimente hineingepresst. Das ist wahr. Aber die extremen politischen Ideologien stehen in dieser Hinsicht nicht allein. Auch andere haben sich – wenngleich nicht derart rigoros – immer wieder angemaßt, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. So haben sich zum Beispiel auch die Apologeten des technischen Fortschritts des Öfteren darin gefallen, „Einzelschicksale einer höheren Berufung unterzuordnen“ (Dirk van Laak). Sie tun dies auch gegenwärtig wieder.

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GAS!!!

Eine Dramen-Trilogie von Georg Kaiser

Zwischen 1917 und 1920 legte der expressionistische Dramatiker Georg Kaiser drei thematisch zusammenhängende Theaterstücke vor: Die Koralle, Gas und Gas. Zweiter Teil. Kaisers Stücke sprengen in mehrfacher Hinsicht den Rahmen und gehen an die Substanz. „GAS!!!“ weiterlesen

Das ganze Leben ist ein Quiz

Über Risiken, Gefahren – und Heuchelei

Haben Risiken in den vergangenen Jahrzehnten objektiv zugenommen – an Zahl und Größe? Oder sind wir nur sensibler für alle möglichen Gefährdungen geworden? Sind Risiken überhaupt real, gibt es sie wirklich, lassen sie sich zweifelsfrei nachweisen, gar messen? Oder sind sie lediglich Konstrukte, die von Wissenschaftlern, Medien oder wem auch immer (und wozu auch immer) erzeugt werden? „Das ganze Leben ist ein Quiz“ weiterlesen

Katastrophengesellschaft

Für einen neuen Sicherheitsbegriff

Wir leben in einer globalen Katastrophengesellschaft, behaupte ich. Ein drastischer Begriff, gewiss, aber er erscheint mir aus drei Gründen gerechtfertigt: Zum einen wird unsere Welt immer öfter von schweren Katastrophen heimgesucht, von Naturkatastrophen, technischen Katastrophen, aber auch von ökonomischen, sozialen oder politischen Katastrophen. Sodann ist unser Leben durch ein enormes Katastrophen-Potential gekennzeichnet. Und schließlich: Viele von uns sind unfähig oder unwillig, diese Lage mit nüchternen Augen zu betrachten. Wir neigen zu extremen Ausschlägen, entweder zur Verdrängung und Beschwichtigung oder zur Dramatisierung und Hysterie. Die Katastrophengesellschaft laviert zwischen Panikmache und Verharmlosung. Eine Gesellschaft der Extreme also – und das hat fatale Folgen: Auf manchen Problemfeldern tut sie zu viel, auf anderen zu wenig, auf allzu vielen auch gar nichts. Vor allem aber, so meine These, tut sie das Falsche. Denn sie versucht ihre Probleme mit denselben Mitteln zu lösen, die sie verursacht haben. Sie glaubt allen Ernstes, mit Hilfe moderner Technik Sicherheit erlangen zu können. „Katastrophengesellschaft“ weiterlesen