Die rote Baronesse

Das extreme Leben der Jenny Marx

Wo immer sie auftritt, ist sie von Verehrern umschwärmt. Die junge  Jenny von Westphalen gilt als „das schönste Mädchen von Trier“, als „Ballkönigin“, charmant, witzig, intelligent.Trotz aller Avancen entscheidet sie sich früh – und gegen alle Konvention – für einen vier Jahre jüngeren Bürgersohn jüdischer Herkunft, den sie schon aus Kindertagen kennt: Karl Marx. Dass er ihr fürs Erste kein standesgemäßes Leben würde bieten können, ist Jenny klar.Was sie dann erlebt, übertrifft wohl selbst ihre schlimmsten Befürchtungen: lebenslanges Exil, materielle Not, schwere Krankheiten, politische Enttäuschungen, persönliche Demütigungen. Mehrere ihrer Kinder und Enkelkinder sterben früh.

Doch unterkriegen lässt sich Jenny Marx nicht. Immer wieder gelingt es ihr, sich von den Schlägen zu erholen. Trotz allen Leids weiß sie Momente des Glücks zu genießen. In der sozialistischen Bewegung ihrer Zeit spielt sie eine aktive Rolle. Und ohne Jenny hätte Karl Marx niemals der sein können, der er war, lautet das Urteil ihrer jüngsten Tochter Eleanor.

Über ihr Leben hat sich Jenny Marx (1814–1881) immer wieder in Briefen an vertraute Menschen ausgesprochen. Diese Texte zählen zum Schönsten, was die Briefliteratur des 19. Jahrhunderts zu bieten hat. Aus ihnen formt sich das Bild einer der außergewöhnlichsten Frauengestalten ihrer Zeit.

Die rote Baronesse – das extreme Leben der Jenny Marx. Feature von Ulrich Teusch. Sprecher: Susanne Barth, Sascha Icks, Andrea Quirbach, Jochen Nix, Bodo Primus, Helmut Winkelmann, Ton und Technik: Ingbert Neumeister, Anja Senkpiel, Regie: Michael Utz, Redaktion: Franziska Kottmann, Produktion: SWR 2010.

SWR 2, 17.04.2010
SWR 2, 29.12.2012 (Wdh.)
HR 2, 11.05.2014

Bildrechte: IISG, Amsterdam

 

Ein Kommentar zu „Die rote Baronesse

  1. Aus Anlass des Bicentenaire der Geburt von Karl Marx am 5. Mai 1818 erweiterte SWR2 unseren Kenntnisstand mit einer Sendung seiner redaktionellen Hörfunk-Abteilung WISSEN. Demnach war Karl Marx kalt und egozentrisch, seine Beziehung zur Ehefrau Jenny hatte den Charakter einer Arbeitsbeziehung, das Ehepaar konnte mit Geld nicht umgehen und war damit selbst verantwortlich für seine über lange Zeit knappste Kassenlage. Karl schielte auf Erbschaften aus seiner Familie, als habe er einen ganz miesen Charakter. Karl war ein notorischer Schürzenjäger und Jenny führte den Engelmacherinnen in London Kundschaft zu. Auch was die Trennung Jennys von Karl vereitelte weiß man beim SWR2, Redaktion WISSEN. Herr Engels wurde von Karl ausgenommen, dem Engels quasi hörig war. Seinen Bart ließ sich Karl Marx spät im Leben abrasieren, als trage er sich von seinem umfangreichen Werk ganz abgekommen mit dem Gedanken zur Verfassung eines neoliberalen Manifestes. Der Autor Mattias Kußmann in der Sendung: „Karl und Jenny Marx – der Revolutionär und die Baronesse“ setzte also völlig neue Akzente, zitierte ausgewählte andere Briefe und Publikationen als seine Quellen und nahm zugleich in der Form erkennbar Bezug zu Ihrem Jahre zuvor entstandenen Feature über die rote Baronesse auf. Kollegenschelte gehört sich für Sie als Publizist nicht aber ich als Leser darf mir die Bemerkung doch erlauben: ich plädiere unbedingt für die Meinungsvielfalt im ÖRR und verschiedene Positionen im Feld von „Wissensvermittlung“. Man kann jedoch jede Position gelungen oder schlecht darstellen. Ich gehe bis zur Verteidigung des Rechts auf Geschmacklosigkeiten. Auch so etwas muss offenbar mal sein. Nur wenn es zunehmend zum Standard wird – das gilt es zu vermeiden. Eigentlich.

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