Der Sozialwissenschaftler und Historiker Hans Kohn (1891-1971) gehört zu den wichtigsten Nationalismus-Forschern des 20. Jahrhunderts. Geboren und aufgewachsen in der deutsch-jüdischen Gemeinschaft in Prag, geriet er während des Ersten Weltkriegs mehrere Jahre in russische Gefangenschaft, gelangte über Sibirien und Japan zurück nach Europa, übersiedelte 1925 nach Palästina, revidierte diese Entscheidung vier Jahre später und wanderte schließlich über Zwischenstationen in Europa nach Amerika aus, wo er an renommierten Universitäten lehrte. Kohn war ein „Bürger vieler Welten“ – so auch der Titel seiner 1964/65 publizierten Autobiografie. Daraus nun ein Auszug, in dem der Autor die Situation in Prag zwischen der 48er-Revolution und dem Ersten Weltkrieg skizziert.
„Hans Kohn: Bürger vieler Welten“ weiterlesenSchlagwort: Erster Weltkrieg
Mythos Kanonenbahn
Schienenstrang zu Feind und Freund
Bauprojekte von gigantischen Ausmaßen gibt es nicht erst in unseren Tagen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Preußen-Deutschland eine Eisenbahnlinie, die hierzulande bis heute ihresgleichen sucht. Die legendäre „Kanonenbahn“, wie sie im Volksmund genannt wurde, verband die Hauptstadt Berlin mit der Festungsstadt Metz, die nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 zu Deutschland gehörte. „Mythos Kanonenbahn“ weiterlesen
Moselfahrt aus Liebeskummer
Rudolf Binding, einst Kultautor des konservativen deutschen Bürgertums, war ein Dichter des Untergangs
2017 jährt sich der 150. Geburtstag des Schriftstellers Rudolf Binding, 2018 sein 80. Todestag.
Als ich vor zehn Jahren für den SWR an einem Binding-Feature arbeitete, schien es mir, als befasse ich mich mit einem abgeschlossenen Thema, das nur noch historisches Interesse beanspruchen könne. Vor einigen Tagen, beim Wiederhören des Features nach langer Zeit, sind mir zu meiner Überraschung zahlreiche aktuelle Bezüge aufgefallen. „Moselfahrt aus Liebeskummer“ weiterlesen



