Über anderthalb Jahrzehnte – von 1933 bis 1949 – verbrachte der Schriftsteller Bernard von Brentano im Schweizer Exil (siehe auch meinen Beitrag vom 15. Juni 2026). Dort schrieb er nicht nur sein Hauptwerk Theodor Chindler, sondern auch den beklemmenden Roman Prozess ohne Richter, den er 1937 im Amsterdamer Exilverlag Querido veröffentlichen konnte. Er schildert in betont-nüchterner, gleichwohl eindringlicher Form das Schicksal des Mathematikprofessors Klitander und seiner Frau Fine, die – ohne erkennbare Schuld – in die Mühlen einer autoritären Staatsmacht geraten und zugrunde gehen. Das Buch ist derzeit nur antiquarisch zu erwerben. Hier ein kleiner Ausschnitt – Klitanders Verhaftung.
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Bernard von Brentano 1933
Als Hitler und die NSDAP 1933 an die Macht kamen, wusste der Schriftsteller Bernard von Brentano (1901-1964), dass er in Deutschland nicht würde bleiben können. Von Berlin aus orientierte er sich nach Süden, ging schlussendlich in der Schweiz vor Anker – in Küssnacht, wo sich zur gleichen Zeit auch Thomas Mann einfand. Die beiden wichtigsten Romane Brentanos, Theodor Chindler und Prozess ohne Richter, erschienen 1936 und 1937 in Zürich bzw. Amsterdam. Nach dem Krieg berichtete er in dem autobiographischen Band Du Land der Liebe über seine Zeit im Exil. Hier einige Auszüge, Erinnerungen an den März 1933.
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